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Ich vermute, dass hier zu jedem ausgegebenen Euro ein gespendeter hinzu kommt. Das Piktogramm befand sich an einem Wasserflaschenautomaten.

Herz_Helsinki_1

für Frau Waldspecht vom Flughafen Helsinki mitgebracht

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Tag 3 – kekkon omedetou gozaimasu (2)

Mit dem Fahrstuhl gelangen wir in eine der oberen Etagen des Hochzeitshauses. Ich muss mit dem Kimono also nicht Treppensteigen. Das ist wirklich gut so.

Durch eine doppelflüglige Tür treten wir in einen großen Raum, der auf den ersten Blick sehr unjapanisch wirkt und mich an eine christliche Kapelle erinnert. Die beidseitig angeordneten und gepolsterten Bankreihen sind zum Gang hin mit langstieligen Rosen geschmückt. Durch  hohe, gotisch anmutende Fenster dringt diffuses Licht. Der Raum wirkt im Zusammenspiel zwischen Naturholz und Licht ganz besonders warm.

Ich bin unsicher, wo unser Platz während der Zeremonie sein wird. Also versuche ich es erst einmal ziemlich weit hinten. Falsch. Wir werden freundlich gebeten, weiter vorne Platz zu nehmen.

Drei Treppenstufen aus Marmor führen zu einer Art Bühne, auf der gleich die Trauung stattfinden wird. Auf der rechten Seite sitzt eine Frau vor einem kleinen weißen Piano. Neben ihr wartet eine Geigenspielerin auf ihren Einsatz. Links sehe ich auf einem Stehpult eine Schale und einen weißen Federkiel liegen. Während ich den Raum bewundere, werden auf Japanisch vermutlich Regieanweisungen gegeben. Eine mit Headset ausgerüstete Dame wird in den kommenden Minuten quasi durchs „Programm“ führen. Schon jetzt habe ich den Eindruck, dass hier nichts dem Zufall überlassen wird.

Es wird ruhig im Saal. Jeder hat seinen Platz gefunden. Die Eingangstür ist geschlossen. Ich bekomme feuchte Hände vor Aufregung. Nach einem kleinen Musikstückchen öffnet sich die Pforte. Der Bräutigam tritt ein. Sehr gesetzten und wohl geübten Schrittes macht er sich alleine auf den Weg nach vorne. Die Kleidung ist traditionell, was mich sehr freut. Er trägt eine grau-schwarz gestreifte, sehr weite Männerhose (Hakama)  und eine große schwarze Kimono-Überjacke (Haori). In seinem hellen Obi steckt ein Fächer.  Kordenschnur dient dem Zusammenhalt des Haori, verziert mit einem Bommel. Schick.

Als der Bräutigam die Bühne erreicht hat, öffnet sich die Tür erneut. Die strahlende Braut wird von ihrem sichtlich stolzen Vater hereingeführt. Was für ein unglaublich bewegender Moment.  Unsere wunderschöne Gasttochter trägt einen atemberaubenden weißen Hochzeitskimono (Shiromuku) aus Seidenbrokat und auf dem Kopf eine blütenweiße Brautkappe (Tsunokakushi).  Diese Haube, das wissen wir von unserer letzten Reise nach Japan, soll die Hörner der Eifersucht und des Egoismus verdecken. Nun ja. Ich bin sprachlos, was die Haarstylisten mit den Haaren der Braut gemacht haben, erfahre erst später, dass es eine Perücke ist.

Jetzt geht es ziemlich schnell. Zunächst zuppelt die Hochzeitszeremonienmeisterin noch ein wenig an den beiden jungen Menschen da vorne herum. Hier sitzt der Fächer nicht richtig, da ist das Mikrofon zu reichen. Beide lesen dann vermutlich eine Art Eheversprechen vor. Nun stecken sie sich gegenseitig Ringe an die Finger, die Braut bekommt einen Kuss auf die Wange und zum Schluss unterschreiben mit der bereit stehenden Feder ihre Eheurkunde. Die wird den Gästen glücklich präsentiert. Ein Viertelstündchen ist um und beide sind vermählt.

29052016

Das frisch gebackene Ehepaar verlässt den Saal. Wir klatschen währenddessen. Wer am Rand der Bankreihe sitzt, kann aus Körben kleine Origami-Kraniche nehmen und die beiden damit bewerfen. Leider bin ich zu weit weg.

Bevor ich einen kurzen sentimentalen Anflug bekomme, werden alle Gäste gebeten, vorne auf die Bühne zu kommen. Ein Gruppenbild soll entstehen. Die drei Treppenstufen zur Bühne erweisen sich dabei natürlich als super hilfreich. Schon während der Trauung wurde viel fotografiert und gefilmt. Nun aber werden wir regelrecht in ein optimales Foto dirigiert. Von einem Mann auf einer hohen Leiter. Ich verstehe natürlich kein Wort und mache einfach nach, was rechts und links von mir getan wird. Hier noch ein wenig zusammen rücken, da noch am Sitz der Kleidung, der Schlipse oder der Handhaltung korrigiert bekommen. Ich muss meine kleine Tasche absetzen und werde gefragt, wo mein Fächer ist. Nun, ich habe irgendwie keinen.  Nicht schlimm. Inzwischen ist auch das Brautpaar zurück und nimmt seinen Platz ein. Und dann heißt es kollektiv: „Bitte lächeln“!

Anschließend entstehen noch ein paar Fotos mit der engeren Familie. Wir sollen bleiben und gehören dazu. Das ist wirklich sehr, sehr schön und eine tolle Geste.

Wir verlassen den Raum und begeben uns zur Party. Sie findet praktischerweise im gleichen Haus statt. Auf dem Weg dorthin werde ich gefragt, ob es mir gut geht und ich mit dem Tragen des Kimonos zurecht komme. Ja, alles bestens.

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Bitte nicht springen!

Josef Foos installiert seit ein paar Jahren in Berlin auf Straßenschildern gern mal seine, aus Schaschlikspieß und Flaschenkork gebastelten Männchen, die auch Street Yogi genannt werden. Jetzt habe ich endlich auch mal eines entdeckt.

Maenneken

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Freitagsklingeln #32

Noch einmal ein blumiger Gruß aus Helsinki:
Fahrradklingel_32

Getreu dem Motto: “Freitag nach eins, macht jeder seins.” läute ich freitags um 13 Uhr das Wochenende ein und zeige alles, was klingelt. Es darf gerne mitgemacht werden. Mit allem, was bimmeln, läuten, gongen oder “glocken” kann.

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die bunten Mauern Japans

In Sachen Streetart habe ich in Japan nicht so viel gefunden. Aber ich freue mich auch über die wenigen Mitbringsel.

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How to use…

Japanese oder Western Style. Hock- oder Sitzklo. Jeder bekommt seine Erklärung. Auch und gerade für den technischen Schnickschnack.

Was macht diese Toilette so besonders? Die beheizte Klobrille? Nein. Das scheint mir Standard in Japan, empfinde ich aber eher als unangenehm. Ständig habe ich in den Hotelbadezimmern diese Warmhalteeinrichtung wieder ausgeschaltet. Ich kann mich bei warmem Sitz des komischen Gefühls nicht erwehren, es wäre gerade jemand ganz kurz vor mir nach einer langen Sitzung aufgestanden.

Was also ist anders? Man betätigt die Spülung. Das Wasser aus dem Toilettenkasten macht seinen Job. Gleichzeitig läuft am über dem Spülkasten angebrachten Waschbecken Wasser aus dem Hahn. Das Wasser, das man nun zum Händewaschen verwendet hat, läuft durch das Becken und wird im Toilettenkasten darunter aufgefangen. Bei der nächsten Spülung bekommt es dann zum Einsatz.

How_to_use_5 How_to_use_6

Noch nie übrigens sah ich bisher irgendwo auf der Welt einen Toilettenwegweiser in Brailleschrift. Diese Punktzeichen heißen in Japan tenji.

How_to_use_Brailleschrift

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Pollen am Po (und so)

Am Sonnabend beim Spaziergang mit Freunden durch den Botanischen Garten in Dahlem mal wieder gemerkt: Quatschen und Fotografieren zusammen geht nicht gut. Drum ist die Fotoausbeute ziemlich mager. Etliche Motive sind beim kritischen Betrachten auf dem Bildschirm dann doch nicht so geworden, wie ich es mir gedacht hatte.

Egal, schön war´s trotzdem.

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wie Hund und Katze

Weil heute der 1. auf einen Montag fällt, habe ich ein Foto für Frau Waldspecht und die JaelleKatz aus Kyoto mitgebracht. Projektkopplung sozusagen.

Und wenn ich auf die japanischen Schriftzeichen gucke, dann sehe ich sogar noch ein Gesicht.🙂

Hund_und_Katze

Ich glaube, das ist Fassadenwerbung eines Schönheitssalons für Katzen und Hunde.

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I see faces

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Rostiger Fund in der Nähe des Fushimi Inari-Taisha für I see faces.

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… # Eingang zur Unterwelt

Ein Ausgang kann auch Eingang sein, nicht wahr?

undergroundexit

Ob Brunnen wohl auch einen Zugang zur Unterwelt bilden?

Brunnen

Brunnen

Und wie guckt es sich wohl aus der Unterwelt ins Tageslicht zurück?

Green Grotto Caves 3

Sunny lädt uns sonntags zum Projekt „Punkt.Punkt.Punkt.“ ein, bei dem wir zu einem vorgegebenen Thema passende Bilder beisteuern dürfen/können.

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