Grimmbart – Kluftingers achter Fall

Aus der Reihe der Kriminalfälle rund um den etwas grummeligen Kommissar Kluftinger habe ich bereits ein, zwei Bücher gelesen. So richtig Zugang gefunden habe ich zu dem Typen aus dem Allgäu allerdings bisher nicht.

grimmbart

Seinen achten Fall mit dem Namen „Grimmbart“ bekam ich vor ein paar Wochen von Herrn Ackerbau geschenkt. Vor allem wohl, weil Besuch aus Tokyo darin vorkommt. ;-)
Dazu sei gleich vorweg gesagt, dass ich die, im Laufe der Handlung beschriebenen interkulturellen Fettnäpfchen kenne. Vor allem aber habe ich darüber ungläubig den Kopf geschüttelt, dass jemand, der – und das wohl nicht unverhofft – eine Schwiegertochter aus Japan bekommt, sich im Vorfeld des Besuches der Eltern und Schwester der Braut so wenig mit dem Land und seinen Bewohnern auseinandersetzt. Hier bekommt der Kommissar ohne Not in meinen Augen einen wirklich weltfremden, dorftrotteligen Anstrich. Auch in anderen Situationen wirkt der Kommissar wie eine Karikatur seiner selbst. Gehört vielleicht zur Figur, wirkt aber wie bemühtes Slapstick aus Zeiten des schwarz-weiß Kinos.

Klappentext:

Eine seltsam drapierte Leiche, ein geheimnisvolles Gemälde, Adlige mit gelben Augen und ein mysteriöses, düsteres Schloss: Kluftinger muss tief in eine rätselhafte Familiengeschichte eintauchen. Und die eigene verschont ihn auch nicht: Zur Hochzeitsfeier seines Sohnes kommen dessen Schwiegereltern zu Besuch – direkt aus Japan.

Die eigentliche Story rund um ein altes Adelsgeschlecht, seine (mörderische) Familiengeschichte und die belastende Immobilie, auch Schloss Grönenbach genannt, hat mir insgesamt ganz gut gefallen. Nicht überragend spannend, aber mit überraschender Wendung.

Ich habe das 478 Seiten umfassende „Büchlein“ als Urlaubslektüre für den Strand mit nach Mauritius genommen, dort gelesen und werde es nun im Hotel in der Ecke frei lassen, die für Bookcrossing vorgesehen ist.

Möge man nun nach mir noch Urlaubslesefreude an dem Fall haben.

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8 Antworten zu Grimmbart – Kluftingers achter Fall

  1. Ingrid schreibt:

    Ich habe noch keinen gelesen, aber er steht schon auf meiner Liste, weil er überall gelobt wird. Aber es hat schon so manche/r Gelobte enttäuscht. Schaun‘ wir mal ;-)
    LG, Ingrid

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  2. Herr Ackerbau schreibt:

    Ja, das dorftrottelige ist manchmal sehr dick aufgetragen, da muss ich dann auch schnell weiterblättern. Allerdings kommt mir diese Unfähigkeit/Unlust zur Kommunikation, das Vermeiden, Probleme anzusprechen und die Unlust, irgendwelche Nachfragen zu stellen, schon aus der Gegend bekannt vor. Mein Chef zu Zivizeiten hätte Kluftingers Bruder sein können (der war aber gottseidank kein Kriminalkommissar…)

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  3. Anna-Lena schreibt:

    Ich habe zwei Episoden im Fernsehen gesehen, vom Hocker hat’s mich nicht gehauen.

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  4. Elke schreibt:

    So einige Kluftinger kenne ich ja, aber so richtig meinen Geschmack treffen sie auch nicht. Es kommt halt leider immer wieder vor, dass man von einem Buch enttäuscht ist. Hatte mir gerade von Nina Ruge „Der unbesiegbare Sommer in dir“ gekauft und das Buch mit den vielen 5-Sterne-Bewertungen schnell wieder zur Seite gelegt. So ein esoterisches, Ich-bezogenes Geschwurbel mit ständig wiederkehrenden (überflüssigen) englischen Begriffen ist mir schon lange nicht mehr untergekommen. Nach dem zehnten „detached“ – meist kursiv oder mit Ausrufezeichen versehen – hab ich zugeklappt. Nun ja, kann passieren.
    Liebe Grüße
    Elke

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  5. vivilacht schreibt:

    ich kenne das Buch nicht, was ja hier bei uns nicht verwunderlich ist. Aber ich weiss nciht, ob ich es fertig gelesen haette. Dafuer hatte ich in Frankfurt den Brunetti gelesen, die hatten alle Baende im Altersheim.

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  6. Myriade schreibt:

    Der Kluftinger ist mir kürzlich ziemlich gelichzeitig als Buch und Film untergekommen. Für mich gehört er in die gerade-ein-paar-Seiten-vor -dem- einschlafen-Kategorie …..

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  7. Sabienes schreibt:

    Der Klufti ist so ein Typ, der mich unheimlich an meinen Mann erinnert. Ehrlich. Aber dieser hätte sich über die Familie aus Japan informiert, ganz bestimmt. Allerdings habe ich etliche Menschen im Süden der Republik kennengelernt, die ähnlich verbohrt sind. Und gerade die Allgäuer sind schon sehr speziell, nicht nur sprachlich.
    Ach ja. Kluftinger hat sich geändert. Früher war er schlimmer drauf.
    Und Grimmbart ist wohl nicht das stärkste Buch aus dieser Reihe.
    LG
    Sabienes

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  8. Frau Momo schreibt:

    Wir sind ja bekennende Kluftinger-Fans und da ich zum Schloß Grönenbach ein besonderes Verhältnis habe, mußte ich das Buch natürlich lesen. In Grönenbach habe ich mal mehrere Monate meines Lebens verbracht, ein schönes Fleckchen Erde :-)

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