Wolken, Salz und viele Kurven

Der zweite Tag auf La Réunion beginnt sonnig. Wir frühstücken draußen. Ich mag den Baustil des kleinen Hotels in Saint-Gilles-Les-Bains, der mich sehr an New Orleans erinnert.

14042016-1

Nachdem die Koffer wieder im Mietwagen verstaut sind, fahren wir zum Piton Maïdo.  Hatten wir in Küstennähe noch weitgehend blauen Himmel, zieht es sich nun allmählich zu, während wir uns den Berg hinauf schrauben.

Ich befürchte schon, wir werden weder die versprochenen Gipfel sehen noch in den Kraterkessel Cirque de Mafat blicken können.

14042016-2

Der Fotostopp zum Beruhigen der Gleichgewichtsorgane nach kurvenreicher Fahrt bringt zwar einen Fleck auf der Kameralinse, mir aber die schönen Flechten in den Bäumen näher. Außerdem sind wir mit den Wolken auf gleicher Augenhöhe. Ein irres Gefühl, wenn wir mitten in ihnen stehen.

14042016-3

14042016-4

Dann plötzlich reißt der Himmel auf. Wir gucken begeistert auf Wolken herab und erreichen den Aussichtspunkt auf ca. 2.200m Höhe am Piton Maïdo.

Der Piton des Neiges, mit rund 3071 Metern der höchste Berg der Insel präsentiert uns seinen Gipfel. Okay, das Tal hüllt sich in eine flauschige Wolkendecke, aber der  Blick ist  einfach atemberaubend. Dem Himmel so nah…

14042016-5

Der beste Mitreisende von allen nimmt ein Panorama-Foto auf:

14042016-6

Auf dem Rückweg halten wir kurz an einer Geranien-Destillerie. Hier wird aus den Blättern der Pflanze Geraniumöl für Parfüms hergestellt. Den Duft muss man mögen ;-)

14042016-7

Unser nächstes Ziel ist ein kleines Salzmuseum direkt am Meer in der Nähe von Saint-Leu.

14042016-8

Der Eintritt ist kostenlos, die kleine Ausstellung mangels französischen Sprachkenntnissen für uns leider weniger geeignet. Ergo konzentrieren wir unser Interesse auf die Außenanlagen.  Und kaufen ein wenig Meersalz für den Eigenbedarf, als Mitbrinsel und zur Unterstützung des Museums.

14042016-9

Anschließend fahren wir über Saint Louis weiter nach Cilaos. Dort werden wir die kommenden beiden Nächte verbringen. Zunächst aber müssen wir die Bergstraße überleben, die uns zwar durch eine traumhaft schöne Landschaft bringt, aber die Tour zur Tort(o)ur macht. Mehr als 400 Kurven sind auf rund 30 Kilometer vom Meeresniveau bis auf rund 1200m Höhe zu überwinden. Meine Nerven liegen blank. Ich klammere am Fenstergriff und krampfe an der Kamera. Es liegt definitiv nicht am Fahrstil des besten Serpentinenfahrers von allen. Die Straße ist eng, der Gegenverkehr nicht ohne, die Kurven und Kehren haarnadellike, mit erheblichen Steigungen und oft nicht einsehbar. Straße des Grauens. Hier braucht es definitiv den sicheren und vor allem nervenstarken Fahrer. Rechts ranfahren und anhalten ist auf der Strecke kaum möglich. Zum Glück kann man vor den engen, einspurigen Straßentunneln mal kurz stoppen und das Gleichgewicht wiedererlangen ;-)

Ich bin heilfroh als wir unser Ziel am späten Nachmittag gesund und ohne Blessuren erreichen.

Dieser Beitrag wurde unter Urlaub abgelegt und mit , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

36 Antworten zu Wolken, Salz und viele Kurven

  1. meertau schreibt:

    ohhhh…………………. welch augenschmäuslein im verhagelten inselanien….. puh…. merci fürs mitnehmen :-)

    Gefällt 3 Personen

  2. franhunne4u schreibt:

    Wie kann man denn – in einem Französischen Überseegebiet ohne Französisch-Wörterbuch unterwegs sein? Also, ich sag mal, ein online-Wörterbuch hätte vermutlich gereicht, oder? dict.cc

    Gefällt mir

    • Myriade schreibt:

      Bissl teuer von einem deutschen handy auf LaReunion ins internet …

      Gefällt 1 Person

      • franhunne4u schreibt:

        Stimmt auch wieder. Dann also doch das gute alte analoge Wörterbuch – die kleinen Langenscheidts sollten es tun.

        Gefällt mir

        • hafensonne schreibt:

          Meinst Du nicht, dass man in den kleinen Langenscheidts gerade mal das Wort Salz nachschlagen kann? Ist so meine Erfahrung mit den Dingern auf Reisen.

          (Ich musste mal in Finnland Rindenmulch kaufen, für, ähm, aus Gründen. Selbst wenn die Kassiererin tatsächlich das den Skandinaviern nachgesagte gute Englisch gesprochen hätte, wär das auch nicht besser ausgegangen, weil ich auf englisch auch nicht weiß, was Rindenmulch ist. Aber im Wörterbuch stand es jedenfalls auch nicht.)

          Gefällt 1 Person

          • franhunne4u schreibt:

            Liebe Frau Hafensonne – ich habe nur größere, für Reisen total unhandliche Wörterbücher in meinem Besitz, kann es daher nicht überprüfen, aber wenn die Dinger für Touristen gemacht sind, sollten zumindest touristische Vokabeln enthalten sein. Meine Oma kam Zeit ihres Lebens mit einem kleinen polnischen Wörterbuch zurecht – und schrieb gelegentlich Briefe nach Polen.

            Gefällt mir

          • franhunne4u schreibt:

            Ich hab gerade nachgeschaut auf dict.cc: Rindenmulch heißt bark mulch – wie bei uns – und mulch spricht sich ein wenig wie Malsch.

            Gefällt mir

            • hafensonne schreibt:

              In der Zusammenschau würde ich sagen, bark mulch hätte die finnische Fachkraft wahrscheinlich auch genausowenig verstanden wie wir gewusst. Mir haben sogenannte Sprachführer für Touris noch nie viel gebracht, weil man die ja eben in Situationen bräuchte, die nicht alltäglich im Sinne des Sprachführers sind. Zum Beispiel, wenn man Rindenmulch für das Plumpsklo braucht. Sowas steht da nicht drin. Sondern die Frage nach dem Weg zum Hauptbahnhof, der entweder schon so nahe dran ist, dass es ausgeschildert ist, oder so weit entfernt, dass einem die finnische Antwort auch nicht wirklich weiterbringt..

              Gefällt mir

        • Myriade schreibt:

          Genau, die kleinen gelben oder die kleinen grünen Pons :)

          Gefällt 1 Person

    • Frau Tonari schreibt:

      Der tonarische Handapfel ist natürlich reisetauglich vorbereitet und könnte App-sei-Dank übersetzen.

      Gefällt 1 Person

      • franhunne4u schreibt:

        Dann stellt sich natürlich die Frage, warum habt Ihr es nicht damit versucht?

        Gefällt mir

        • Frau Tonari schreibt:

          Hast Du schon mal in einem Museum mit extrem viel Text auf Schautafeln, die nicht durch die bildliche Darstellung selbsterklärend sind, in einer Sprache, derer Du nicht mal im Ansatz mächtig bist, versucht Wort für Wort die Bedeutung herauszufinden? Wo will man anfangen und wann damit fertig werden? Hier ist in meinen Augen das Verhältnis von Zeitaufwand und Erkenntnisnutzen nicht gegeben. Zumal es nicht die erste Salzgewinnungsanlage ist, die wir besichtigen und der Prozess an sich physikalisch klar ist.

          Gefällt 1 Person

          • franhunne4u schreibt:

            Ich habe bei meinem Kollegen eine App gesehen, die ganze fotografierte Texte übersetzte … Sicher nicht immer 100% richtig, aber man bekam doch eine brauchbare Variante raus. Frag mich nicht, was für eine App das war, aber mein Kollege ist auch ein Apfel-Nutzer.

            Gefällt mir

  3. foster schreibt:

    Tolle Landschaft und sehr schön in Szene gesetzt. Selbst der Parkplatz des Autos ist macht mehr her als manches hiesige Naturschutzgebiet. Und der Gipfel ist einfach der Gipfel (SCNR).

    Gefällt 2 Personen

  4. tikerscherk schreibt:

    Wie schön! So tolle Bilder! Die Kurven wären nichts für mich, der Rest schon.
    Hier ist es kalt, Polarluft Ende April. Genießt Eure Reise!

    Gefällt mir

  5. minibares schreibt:

    Erst in den Wolken, dann über den Wolken, super! Was für ein Blick auf die/den Gipfel!
    Salz-Museum, wir haben damals am Toten Meer auch Meersalz-Produkte gekauft.
    Solche engen Strassen gibt es auch in England.
    Das Bild mit dem Auto zwischen den Bäumen sieht abenteuerlich aus.

    Gefällt mir

  6. hafensonne schreibt:

    So Autofahren mag ich auch überhaupt nicht. Bin Anfang des Jahrhunderts mit dem Linienbus auf Kreta unterwegs gewesen… weia. Es wunderte mich überhaupt nicht, dass die Busfahrer alle so Heilige und dergleichen am Spiegel zu hängen hatten.

    Gefällt mir

  7. merlanne schreibt:

    Puh, eigent,ich würde ich ja am liebsten mit dir tauschen beim Traumurlaub auf der Insel. Doch die Fahrt auf der engen Strasse ist definitv nix für mich.
    Liebe Grüsse,
    Claudine

    Gefällt 1 Person

  8. ute42 schreibt:

    Eine traumhafte Landschaft. Da muss man halt mal ein paar Kurven in Kauf nehmen :-) Aber natürlich kann ich verstehen, dass ihr froh gewesen seid, als ihr heile am Ziel landeten.

    Gefällt 1 Person

  9. Sabienes schreibt:

    Mit deinen wunderbaren Bildern könnte ich fast meinen Mann zu einer längeren Flugreise überreden ;-)
    LG Sabienes

    Gefällt mir

  10. Clara HH schreibt:

    „Mehr als 400 Kurven sind auf rund 30 Kilometer vom Meeresniveau bis auf rund 1200m Höhe zu überwinden. Meine Nerven liegen blank. Ich klammere am Fenstergriff und krampfe an der Kamera.“ – bei mir hilft in solch einer Situation definitiv nur eines: Selber fahren. Da bin ich abgelenkt und konzentriert.

    Gefällt 1 Person

  11. Anna-Lena schreibt:

    hach, seufz, träum
    Ihr wusstet, warum ihr gerade jetzt das kalte Deutschland verlassen wolltet, oder?
    Passt gut auf euch auf!!!!

    Gefällt mir

  12. alltagsfreak schreibt:

    Meinen Urlaub verbringe ich zuhause, aber auch von mir Danke fürs mitnehmen. Diese Eindrücke bleiben wohl sehr lange erhalten und auch ist noch viel Wissenswertes neben viel Schönheit dabei. Genieße die Tage!

    Gefällt 1 Person

  13. Maren schreibt:

    Tour de tortour? Ich sehe überall wunderbare und stabil wirkende Befestigungsmäuerchen am Straßenrand. So eine langweilige Strecke! 😉
    Ne, im Ernst: Nach den vielen schon auf Bildern überwältigenden Eindrücken steht mein nächstes Fernreisenziel fest. Habt noch einen wunderbaren Tag und eine gute Heimreise!

    Gefällt mir

    • Frau Tonari schreibt:

      Die Bilder trügen. Sie entstanden ja nur an den wenigen gesicherten Stellen, an denen gefahrloses Halten möglich war. Nicht zu sehen sind hingegen die unabgedeckten Wassergräben rechts oder links, in die man mit Achsbruch hätte rutschen können oder die Stellen, an denen man den Gegenverkehr erst sah, wenn er auf der Motorhaube saß. ;-)

      Gefällt mir

  14. Gedankenkruemel schreibt:

    Hach sag ich nur…soooooo spannende schönen Fotos.
    Nach den Fotos zu urteilen hattet ihr eine feine interessante spannende Zeit..

    Solche Wege sind leider nichts für mich..Aber ich würde sehr gerne auch wenn
    ich weiss das es unmöglich ist für mich..

    Ich wünsch euch eine gute Heimreise und guten Flug zurück..
    Liebe Grüsse an euch vier ♥

    Gefällt mir

  15. finbarsgift schreibt:

    Muss eine coole Tour gewesen sein, schön, die Bilder :-)

    Gefällt mir

  16. Nana vom See schreibt:

    Liebe Frau Tonari,

    Ihre fotografisch eingefangenen AugenBlicke sind derart beseelt, dass man förmlich glaubt, dabei zu sein. Herzlichen Dank für das mit-Teilen der paradiesischen Urlaubs-Eindrücke. Diese helfen über das vorortige Regennasskaltgrau hinweg.

    Einen im Innen und Außen erholsamen, bereichernden, inspirierenden Urlaub
    wünscht Ihnen von Herzen: Nana

    Gefällt mir

  17. Anette schreibt:

    Und das Schlimmste daran – wir mussten die 400 Kurven auch wieder zurück fahren ;-)
    Und der zweitbeste aller Kurvenfahrer meint, ihr seid noch keine richtigen Passstraßen gefahren ;-)
    Ich bin schon weitaus schlimmere Kurvenstrecken gefahren …
    Toll, deine Bilder, toll, dass du mir voraus bist …
    Ich habe viel zu tun, viele Blogberichte nachzuholen …

    Gefällt 1 Person

  18. Pat schreibt:

    Schöne Fotos. Muss wirklich eine tolle Insel sein. Hauptsache Ihr hattet Spass und habt Euch gut erholt.
    LG Patrizia

    Gefällt 1 Person

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s