Frau Spätlese fragt

Ich muss zugeben, dass ich mich bei als Award getarnten Stöckchen immer ein wenig ziere, sie zu beantworten. In den Anfangsjahren dieses Blogs ging ich mit solchen Dingen irgendwie unbekümmerter um. Heute erscheinen sie mir zu sehr als Massenphänomen. Entsprechend bin ich launisch wählerisch, ob ich mich beteilige. Und wenn doch, dann bringe ich in spielverderbender Manier keinen der von mir verfolgten Blogs in die Bredouille und gebe den Ball nicht weiter. Es sei denn, jemand nimmt ihn sich von alleine.

Zurück zu Frau Spätlese und ihren Fragen:

1. Welche Ziele verfolgst du mit deinem Blog?

Hihi, die Frage stelle ich mir auch immer wieder. Im ersten Bloggerjahr hatte ich ein klares Ziel: Ich wollte so sehr gerne mit anderen Gasteltern von Austauschschülern aus aller Herren Länder ins Gespräch kommen. Dieses Ziel habe ich klar verfehlt nicht erreicht. Das lag zum einen vielleicht daran, dass wenige Gasteltern blogaffin sind, zum anderen möglicherweise an der Reichweite meiner Seite oder auch an meinem Schreibstil.

Wenn ich jetzt hier und da gelegentlich mal fallen lasse, dass ich blogge, kommt nach der Frage, was Bloggen überhaupt ist als nächstes prompt, welchem Thema ich mich widme. Schwierig. Wie beschreibt man querbeet? Reisen, Alltagsbeobachtungen?

Wie seht ihr mich denn eigentlich?

2. Welchen Film sollte man deiner Ansicht nach auf jeden Fall gesehen haben?

„Under fire“. Das ist mit Abstand der Film, den ich in meinem bisherigen Leben so oft gesehen habe, wie keinen anderen. Er gehört zu denjenigen, die mich immer wieder zu ehrlichen Tränen rühren und emotional ziemlich beanspruchen. Er stellt die Frage, wie neutral man in bestimmten politischen Situationen sein und bleiben kann. Wann muss man, den eigenen Ansichten folgend, eine eigene Position beziehen und wie weit darf/kann/muss man dabei auch mit seinen Mitteln gehen?

3. Welchem der vier Temperamente würdest du dich zuordnen?

Ach ja. Die Temperamentenlehre. Ich ahne, ich habe von jedem der vier Typen etwas in mir.

Ich bin cholerisch und mit Temperament ausgestattet, wenn etwas nicht so (oder so schnell) läuft, wie es in meinen Augen sein sollte. Geduld ist meine Stärke nicht.

Ich bin melancholisch, also schwermütig und traurig, wenn ich gewisse Dinge reflektiere und mich macht- und mutlos fühle.

Ich bin gelegentlich phlegmatisch. Nicht im klassischen Sinne faul oder selbstsüchtig bequem, sondern „nur“ unentschlossen, wenn es in besonderen Situationen so viele Dinge und Aspekte unterschiedlicher beteiligter Interessen(ten) abzuwägen gilt. Da schlägt mein Sternzeichen Waage voll zu.

Und ich bin  zu einem kleinen Teil auch Sanguiniker. Nicht leichtsinnig, nicht wirklich grundsätzlich heiter, aber durchaus lebhaft.

4. Wenn du die Wahl hättest, wo würdest du gerne leben?

Ich liebe die Anonymität der Großstadt. Es ist toll, wenn man sich nicht in fürchterlicher Manier gegenseitig belauert und tratscht, wer wie wann mit wem und warum…  Das ist vielleicht der Grund, warum ich Berlin so mag. Andererseits finde ich schön, wenn man hier und da erkannt wird, wenn es Smalltalk gibt, wenn die Verkäuferin sagt, dass sie mich vermisst hat.

Hätte ich einen Wunsch frei, würde ich mir momentan einen Ort zum Leben wählen, an dem ich aufs Wasser blicken könnte. Das dürfte ein See sein, ein Fluss oder aber bestenfalls auf die unverbaute Weite des Meeres.

5. Welches ist dein Lieblingstier und warum?

Ich habe schlichtweg keines. Würde ich mit „Tiere gehören in den Kochtopf oder in den Zoo.“ antworten, verringerte sich die Anzahl meiner Blogleser vermutlich dramatisch ;-)

6. Welches ist dein Lieblingsgemüse und warum?

Ich glaube, der Blumenkohl ist es, der mir am besten schmeckt. Gerne viel, nicht al dente und besonders lecker mit brauner Butter. Und grüne Bohnen dürfen auch immer wieder auf den Teller.

7. Welches ist dein Lieblingsobst und warum?

Ehrlich? Darüber habe ich wirklich noch nie ernsthaft nachgedacht. Hm. Bei Äpfeln würde ich laut nach dem Braeburn rufen. Ich mag Clementinen, kernlos und leicht von der Schale zu lösen. Melonen sind auch cool, wenn sie nicht zu viele Kerne haben.

8. Welche Musik hörst Du am häufigsten?

Gute ;-)

9. Würdest du eher einen Nutzgarten oder einen Ziergarten anlegen?

Ich bin so gar kein Gartenfreak. Balkonien reicht durchaus. Drum bin ich begeistert, dass ich die wunderbaren „Gärten der Welt“ in meiner unmittelbaren Nähe habe und mich dort an Blümchen & Co. erfreuen kann.

10. Feuer, Wasser, Erde, Luft – welchem Element würdest du dich zuordnen und warum?

Beruflich bin ich, wie auf meinem Blog unschwer zu erkennen ist, dem Wasser verhaftet. Würde ich meinem Sternzeichen folgen, dann wäre es Luft. Geht es um Ehrgeiz und Zielstrebigkeit, die mir wesenseigen sind, dann wäre es Feuer. Da ich gebürtig aus dem Norden des Landes stamme, wäre es Erde. Macht was draus. Ich weiß es nämlich nicht.

11. Hast du jemals einen Blogeintrag bereut, den du veröffentlich hast und wenn ja warum?

Ja.  Nämlich den hier. Warum? Weil sich danach, vermutlich aus Missverständnisgründen das Verhältnis zu einer meiner Lieblingsbloggerinnen in Bloghausen sehr abgekühlt hat. Schade. Dennoch habe ich den Beitrag nie gelöscht. Das Thema hat mich nämlich wirklich sehr beschäftigt.

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5 Antworten zu Frau Spätlese fragt

  1. AndiBerlin schreibt:

    Mensch ja „Under Fire“ ist wirklich ein klasse Film. Leider läuft der viel zu selten im TV. Aber der größte Schrotte wird alle Nase lang wiederholt. Schade.
    Interessant was Du zu den vier Temperamenten schreibst, was die ersten drei angeht, so fühle ich genauso.

    Gefällt 1 Person

  2. monisertel schreibt:

    Liebe Tonari,
    es ist immer wieder interessant, wie sich „Gleichgesinnte“ im anonymen WWW finden!
    Deinen „Ich bereue Beitrag“ hatte ich seinerzeit wohl versäumt, jetzt nachgeholt…..und bin nun doch etwas verunsichert. Ich kommentiere gerne (für mich ist es Unterhaltung / Diskussion / Gespräch) und freue mich über jeden Kommentar. Allerdings habe ich jetzt ernsthaft überlegt, ob ich wohl mit meiner ewigen Kommentiererei jemandem auf die Nerven falle? Das ist nämlich wirklich nicht meine Absicht.
    Egal, nichts wäre schrecklicher, als über dieses Thema erneut zu diskutieren, gell. Ich mache es so wie bisher, wem es nicht passt, bitte melden….
    Ich hoffe sehr, meine Reaktion auf das Stöckchen hat Dich jetzt nicht verschreckt. Hab einen feinen Sonntag,
    herzlichst moni

    Gefällt 1 Person

  3. Noga schreibt:

    zu Frage 1: Ich habe dieses Blog zu den Zeiten kennengelernt als das zentrale Thema der Austausch mit Japan war. Da war es ein Highlight in meiner Blogrunde. Seit dieses Thema nicht mehr aktuell ist, lese ich gelegentlich mit und finde an dem einen oder anderen Foto Gefallen.

    Gefällt 1 Person

  4. Frau Spätlese schreibt:

    Ach liebe Frau Tonari,
    ich freue mich so sehr, dass Du trotz aller Bedenken meine Fragen beantwortet hast und dabei so ausführlich und offen warst.
    Ich denke, ‚querbeet‘ trifft es ziemlich gut. ;-)
    Warum sollen sich Bloginteressen auch nicht wandeln dürfen?
    Und ‚Under Fire‘ setze ich mir dann mal auf meine Filmwunschliste!
    Noch einmal ein ganz herzliches Dankeschön!
    😊

    Gefällt 1 Person

  5. VibesBild schreibt:

    Liebe Frau Tonari,

    ich mag zu 49,3193% keine Stöckchen. Wurden sie (früher) an mich überreicht, entgegnete ich patzig, ich sei doch kein artig apportierender Hund. Nun ja. Die Beantwortung von Stöckchen indes lese ich gerne. Eine schöne Art, den/ die Blogger*in näher kennen zu lernen. So habe ich auch die Fragen und Deine Antworten mit Vergnügen gelesen. Danke dafür!

    Und was die Balance, Gleichgewichtigkeit und Stalking per Kommentar anbelangt, stand ich – als ich Deinen bereits 2013 verfassten Artikel las – staunend da. Mich stört an Bloghausen eher die Erwartungshaltung, die an einen hinterlassenen Kommentar geknüpft ist. Als verpflichte der hinterlassene Kommentar den Empfänger zur Re-Aktion. Sehe ich überhaupt nicht so. Der persönliche Blog kann sich einer spezifischen Thematik widmen, nur Ausschnitte zeigen, auf die nun einmal nicht jede-r etwas zu erwidern hat. Indessen kann man sich doch als Betreiber*in einer spezifischen Blogseite für die Gedanken anderer interessieren? Einen Kommentar zu hinterlassen, sehe ich zudem als eine persönliche „Pflicht“, oder richtiger: mein „Dankeschön“, das „Feedback“ auf den gelieferten Lesegenuss. Und insofern sich Kommentare inhaltlich mit Beiträgen auseinandersetzen, dürfte auszuschließen sein, dass ein Kommentar nur des Backlinks Willen hinterlassen wurde.

    In Bloggersheim passieren allerdings wirklich skurile Dinge. Auf twoday erlebte ich Sachen, die auf keine Kuhhaut gehen. Ich denke, manche Menschen wollen nur in irgendeiner Form – und, selbst, wenn es negative ist – Aufmerksamkeit, und/ oder sich über Unterstellungen exponieren. Absurdes Zeugs per email las ich viel in den letzten Jahren… ^^ Da lob ich mir doch das Lesematerial, welches ich aktiv auswählen kann. Zum Beispiel Deinen Blog und seine durchweg schönen, inspirierenden Beiträge!

    Danke und lieben Gruß,
    Nana

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