Die bunten Mauern von Stockholm (2)

In der Mitte des Verkehrsknotenpunktes Slussen steht seit 1953/54 ein rundes Gebäude. Kolingsborg wurde zunächst durch Hafenarbeiter genutzt. Zuletzt befand sich ein großer Nachtclub mit drei Tanzflächen darin. Im Dezember 2013 wurde er geschlossen.

Nun hat man das Haus weiß angemalt und bereitet ein Streetart Projekt vor: RESTart.  Als wir im Juni in Stockholm waren,  konnten wir leider nur durch den Bauzaun fotografieren. So nach und nach entsteht hier quasi eine riesige Streetart-Collage schwedischer Künstler, die dann für einen begrenzten Zeitraum  sichtbar und zugänglich ist.  Möglicherweise wird in den kommenden Jahren auch internationale Streetart hier zu sehen sein.

In jedem Fall drücke ich dem interessanten Rundbau die Daumen, dass er nicht – wie wohl geplant- der Abrissbirne zum Opfer fällt.

Elke berichtete vor ein paar Tagen ebenfalls. Ich hoffe, sie behält das Projekt für uns noch ein bisschen im Auge. 

 

Veröffentlicht unter die bunten Mauern von... | Verschlagwortet mit , , , , | 2 Kommentare

KUP

Ich muss leider und zerknirscht zugeben, ich habe nicht nur einen SUB*, sondern auch einen KUP**

Darin tummeln sich ganz, ganz viele Gruß-, Glückwunsch- und vor allem Ansichtskarten. Ein paar Trauer-, ein paar Gratulationskarten zur Geburt oder Einschulung sind auch darunter.  Oster-, Pfingst- und Weihnachtsmotive liegen neben Gratispostkarten, wie man sie gelegentlich unterwegs findet. Einige der Exemplare wohnen schon seit Jahren in diesem Karton. Irgendwann mal gekauft, weil sie lustig sind oder mir gefielen. Aus dem Urlaub mitgebracht, aber nicht beschrieben. Oder von Bloggerfreunden mit Fototalent geschenkt bekommen.

Von einigen weiß ich nicht einmal mehr, wie sie in meinen Besitz kamen. Zum Beispiel eine uralte russische Karte mit aufgeklebter Briefmarke aus dem Gebiet Tula und der Abbildung des Anwesens В. Д. Роленова – Мастерская “Aббатство”. Ein Atelier, eine Werkstatt namens “Abtei”? Hm. Ich war zwar im Sommer 1985 mal kurz in Tula, aber an dieses Museum erinnere ich mich wirklich nicht.  (Möchte die jemand im eigenen Briefkasten vorfinden?)

Lange Rede, gar kein kurzer Sinn: Mir kommt der Weltpostkartentag am 30. Juli also ziemlich entgegen. Ich werde ausschließlich Karten aus meinem üppigen Fundus verschicken. (Okay, zugegebenermaßen wurde dieser neulich in Stockholm noch mal um eine sehr spezielle Karte aufgestockt.) So werden demnächst dann etliche handgeschriebene Zeilen verschickt und mit deutschen Briefmarken frankiert, aber die Motive kommen beispielsweise aus Paris, Japan, Kuba, Lüneburg oder aus dem Kloster Montserrat.  

Für eine einzige Karte werde ich mir etwas ganz Besonderes ausdenken (müssen). Warum? Die Auflösung gibt es am 30.  Juli.

Ich bin dann mal weg. Karten für Euch heraussuchen …

KUP

* Stapel ungelesener Bücher

** Kiste ungeschriebener Postkarten

Veröffentlicht unter sonst so | Verschlagwortet mit , , | 24 Kommentare

fish on friday

Nystekt Strömming

Der kleine Imbisswagen mit dem gelben Werbefisch auf dem Dach am Bahnhof Slussen hat es sogar bis in den Reiseführer  “111 Orte, die man in Stockholm gesehen haben muss” geschafft. Hier bekommt man frisch gebratenen Strömming, den kleinen Hering aus der Ostsee, der auf Deutsch Strömling genannt wird, in verschiedenen Verarbeitungsvarianten.  Wir entscheiden uns für “Special” für 40 SEK (rund 4,50 €) und haben auf unserem Pappteller einen halben gebratenen Fisch mit Petersiliengarnitur auf Kartoffelbrei mit ein wenig Gurke, Zwiebel und einer Art Creme-Fraiche-Weißkrautsalat und Knäckebrot. Für eine schnelle, warme Mahlzeit zwischendurch ganz nett.  Sympathisches Fastfood.

Nystekt_Stroemming_1 Nystekt_Stroemming_2

Veröffentlicht unter Essen & Co | Verschlagwortet mit , , , , | 19 Kommentare

Dem Poststreik trotzen

…wollte die Frau Waldspecht und hat am vergangenen Sonnabend Freitag ein Päckchen in der klimatisch bevorzugten Gegend Deutschlands für mich aufgegeben. Das war schon ihr dritter und angekündigt letzter Versuch, mir Schnittknoblauch zu schicken.  Die ersten beiden Sendungen scheinen nicht durch die Nasen der Berliner Geruchspolizei gekommen zu sein ;-)

Gestern aber lag dann eine Benachrichtigungskarte im Briefkasten, so dass ich heute nach der Arbeit die Überraschung abholen konnte.  Vom Schnittknoblauch wusste ich, der wunderbare Rest ist mein Gewinn der Auslosung vom 250. 200. Montagsherz.

Vielen, vielen Dank, liebe Anette, für die mit viel Herz ausgewählten Kleinigkeiten. Gut übrigens, dass Du an die türkis- und silberfarbenen Herzchen “Schokoherzen” geschrieben  hast. Ich Unwissende hätte sie glatt als Dekosteine zweckentfremdet ;-) Vom besten aller Gewürzschrankbesitzer soll ich ein großes, großes Danke für die drei Haselnüsse für Aschenbrödel Muskatnüsse und das Gewürzsalz ausrichten.

Geschmunzelt habe ich über das beigefügte Neuseelandbuch fürs Töchterlein. Just heute erreichte mich nämlich auch eine Büchersendung mit dem selben Lesestoff.  Ich hatte dies letzte Woche bestellt und als kleines Geschenk für die anderen “Auswanderereltern” gedacht, die wir am Sonnabend treffen werden.  Schöner Zufall.

Das Grün des Schnittknoblauchs sah leider nicht mehr ganz taufrisch aus. Kein Wunder, wenn man 6 Tage eine Woche in Dunkelheit (und Wärme) leben muss. Jetzt ist es erst einmal eingetopft und darf sich vor dem Küchenfenster erholen. Wir hoffen, es akklimatisiert sich.

Veröffentlicht unter überrascht | Verschlagwortet mit , , , | 23 Kommentare

Stockholm Vatten

der Kanaldeckel

Kanaldeckel_Stockholm

das Absperrventil einer Trinkwasserleitung

Stockholm_Absperrventil

und die Straßenkappe eines Unterflurhydranten (Brandpost klingt lustig)

Stockholm_Hydrantenkappe

Veröffentlicht unter Kanaldeckel | Verschlagwortet mit , , , , , , | 11 Kommentare

schwedische Gardinen

Schwedische_Gardinen

Bild | Veröffentlicht am von | Verschlagwortet mit , , , , , , | 14 Kommentare

I see faces

Für Ruthie und alle anderen, die schon immer mal sehen wollten, welch Anblick Dübel nach dem dynamischen Anbringen in einer Betonwand so bieten. Also von hinten, ähm vom Nachbarzimmer aus  ;-)

Veröffentlicht unter I see faces | Verschlagwortet mit , , , , | 21 Kommentare

Rost-Parade (15)

Rostparade_Logo

Rost hat Charme. Und ich finde, (d)er muss sich nicht verstecken.

Daher werfe ich immer mal ein Kameraauge auf Korrosionsprodukte, eiserne oder stählerne Dinge zeigend, an denen der Zahn der Zeit nagt. Wer mag, darf sich gerne jederzeit anschließen und auch das kleine Logo zur Rost-Parade mitnehmen. Durchforscht Eure Festplatten, lasst die Knipsen glühen und die rostigen Motive an die frische Luft, auf dass sie weiter korrodieren mögen.

Für die zwanglose Reihe habe ich mir den letzten Tag des Monats ausgesucht. Bitte verlinkt unten Eure Beiträge als Kommentar, damit ich sie in den internetten Weiten wieder finde und sich auch andere Rostgucker daran erfreuen können.

Ob diese Fahrradklingel noch ihren Zweck erfüllt? Ich habe Zweifel.

In jedem Fall aber ist mein rostiger Fund ein echter Klassiker aus DDR-Zeiten. Das vierblättrige Kleeblatt prangte damals auf vielen Klingeln.

Klingel

Veröffentlicht unter Rost-Parade | Verschlagwortet mit , , , , | 78 Kommentare

I ♥ Kölsch

Autogerechte Stadt Köln und I ♥Kölsch. Diese Verkehrsschild-Kombination vereint mindestens zwei Scherzkekse.

Ilovekölsch
Frau Waldspecht wird es freuen, denn heute ist Montagsherzmontag.

Veröffentlicht unter Ausflüge | Verschlagwortet mit , , , , , , | 17 Kommentare

wenn das Hotel floppt

Niemand kann so wunderbar granteln wie der von mir äußerst gern gelesene Kiezneurotiker. Heute wünschte ich, ich könnte in ähnlicher Form meinem Frust eine Stimme geben. Da ich ihn als Ghostwriter vermutlich nicht engagieren kann, muss ich mich selbst im Nörgeln versuchen.

Für unseren Aufenthalt in Stockholm suche ich im Mai ein Hotel in Zentrumsnähe, verkehrsgünstig gelegen und mit der Möglichkeit, viele Sehenswürdigkeiten fußläufig zu erkunden.

Ich finde das “Freys” in unmittelbarer Nähe des Bahnhofes Stockholm-Centralen, einem Verkehrsknotenpunkt, der zudem eine perfekte Anbindung an den Flughafen Arlanda hat. Ob mit Bus oder Bahn – man kommt super gut hin.

921 Euro (SEK 8.550) für 5 Nächte incl. Frühstück in einem ****-Sterne-Hotel lassen mich beim Buchen ein bisschen schlucken. Und das war schon ein Sonderpreis mit Sofortzahlung und besonderen Stornierungsbedingungen. “This double room features a seating area, minibar and view.” 8,3 von 10 möglichen Bewertungspunkten beim bevorzugten Hotelbettendealer. Da kann man nicht viel falsch machen, oder?

Kann man doch…

Denn das Hotel entpuppt sich in mehrfacher Hinsicht als durchschnittlich. Eigentlich noch darunter. Als in der Welt Vielreisende, die schon mal augenzwinkernd gefragt werden, ob sich eine eigene Wohnung eigentlich noch lohnt, erlauben wir uns dieses Urteil. Wir erinnern uns an keinen Übernachtungsort der letzten Jahre, der uns so enttäuscht hat.

Seating area? Ein Stuhl und ein Sessel vor einem kleinen Schreibtisch direkt vorm Fenster.  Ehrlich? Wer soll da zu zweit hocken.

View? Yes. Direkt in die gegenüber liegenden Fenster ;-) Büroräume und/oder Wohnungen. Um den Himmel oder in den Innenhof sehen zu können, muss man sich schon ziemlich weit aus dem Fenster lehnen. Leider ermöglichen die Fenster dem Gegenüber auch einen echten Einblick in das Leben der dahinter wohnenden Touristen. Es sei denn, man zieht die Verdunkelungsvorhänge zu. Dann allerdings muss man auch tagsüber das Licht anschalten.  Was angesichts heller Juninächte sehr sinnvoll ist, erweist sich am Tage als vorhangtechnisch undurchdacht.

Okay, das Zimmer war sauber. Aber es war klein, sehr klein. Gemütlich war es leider nicht. Reist man mit mehr als winzigem Handgepäck an, wird es schon ziemlich eng mit dem Abstellen von Koffern. Der einzig mögliche Platz für die Kofferablage befindet sich unglücklich neben dem Fenster. Klappt man den Deckel hoch, ist ein Wandregal im Wege. Der “Kleiderschrank” ist minimalistisch: eine Stange mit ein paar Bügeln. Fächer gibt es nicht bzw. sind schon mit Zusatzdecken belegt.

Um auch etwas Positives zu sagen: Das kostenlose WiFi funktionierte hervorragend.

Das Bad verdient sich den Namen Nasszelle redlich. Fensterlos. Steckdosenlos. Die winzige Dusche mit Klapptüren verfügt über keine Duschtasse, nur einen Fußbodenablauf und Fliesen mit mangelndem Gefälle.  Das führt dazu, dass nach dem Duschen immer Wasser auf dem Boden zurück bleibt. Späteres Zurückkehren auf die Toilette oder vor den Kosmetikspiegel für Riesinnen führt unweigerlich zu nassen Füßen oder Socken. Es sei denn, man zweckentfremdet die Handtücher als Aufwischlappen. Davor hatte ich Hemmungen… Und die Klobrille ist auch locker.  So. 

Im Frühstücksraum, zu anderen Tageszeiten als belgisches Restaurant/Bierbar betrieben, wird es morgens schon mal ziemlich eng. Die ungedeckten Tische stehen zum Teil so dicht beieinander, dass man Gefahr läuft, beim Einfädeln auf die lange Sitzbank ungewollt mit dem Allerwertesten das Geschirr des Nachbartisches abzuräumen. Und überhaupt steht immer irgendjemand einem anderen Menschen im Weg. Das nervt auch sichtlich das Servicepersonal, das für das Abräumen und Abwischen der Tische zuständig ist. Ansonsten herrscht jugendherbergsähnliche Selbstbedienung. Ein kleiner Stau beim Brotschneiden und schon kommt niemand mehr die Treppe hinunter in den hinteren Teil des Raumes. Der Filterkaffee aus großen Thermoskannen schmeckt muckefucklike. Die Auswahl des Buffets ist reichhaltig und wird immer wieder aufgefüllt. Aber halbflüssiges Rührei aus Pulverzeugs geht nicht.  Abwechslung? Nicht die Bohne. Nach fünf Tagen der immer gleichen Auswahl steht man ein wenig ratlos vor dem Angebot. Insgesamt eine ungemütliche Frühstücksraumatmosphäre.

Leider wirken die Angestellten wenig motiviert. Die Mitarbeiter an der Rezeption blicken kaum vom Bildschirm auf, wenn Gäste das Hotel betreten. Freundliches Grüßen oder ein einfaches Nicken? Fehlanzeige. Gleiches beim Housekeeping. Bloß keinen Blickkontakt aufnehmen. Dafür war dann schon mal die Betten um 14.30 Uhr noch immer nicht gemacht oder Extra-Kissen wurden auf dem Fußboden “vergessen”.   

Fazit: Wir haben mehr erwartet und können dieses Hotel nicht empfehlen. Wir finden es wegen des Preis-Leistungs-Verhältnisses völlig überbewertet und werden uns bei einem erneuten Besuch der schwedischen Hauptstadt eine andere Herberge suchen. 

Veröffentlicht unter Ausflüge | Verschlagwortet mit , , , , | 24 Kommentare