STORY-PICS 2014 (42)

Natürlich muss ich meinen Rundgang durch die Wasserbauschule mit einem Abstecher zur nebenan liegenden Schleuse verbinden. Immerhin führte auch damals kein Weg an ihr vorbei. Schade, dass gerade nicht geschleust wurde als die Bilder entstanden.

Die beeindruckende und unter Denkmalschutz stehende Anlage wurde zwischen 1901 und 1905 nach allen Regeln der damaligen Wasserbaukunst errichtet. Mit ihrer Hilfe überwinden die Schiffe im Teltowkanal den Höhenunterschied von 2,74 m zwischen Spree und Havel. Kaiser Wilhelm II weihte am 2. Juni 1906 den Teltowkanal ein, der auf Initiative des Teltower Landrates Ernst von Stubenrauch gebaut wurde.  Projektierung und Bauleitung für das Gesamtprojekt lagen in den Händen der Bauräte Christian Havestadt und Max Contag. Die architektonische Gestaltung der Schleuse selbst haben wir Friedrich Lahrs zu verdanken.

Die Doppelschleusenkammern sind jeweils 67 Meter lang und 10 Meter breit. Eine dritte, die Nordkammer entstand 1940 mit 85 Metern Länge und 12 Metern Breite. Diese und die mittlere Kammer sind heute noch in Betrieb. Die südliche wurde von der Bauaufsicht still gelegt.

Mein Wort für die Story-Pics lautet heute: Wasserbau 

Bisher erschienene Worte:

Wasserhahn, Trinkwasser, Hydrant, Rohr(e), Brunnen, Wasserturm, Wasserzähler, Wasserflasche, Schacht, Baustelle, fließen, Wasserfilter, Eimerkette, pumpen,
Wasser marsch!, waschen, sprudeln, Tropfen, nass, Wasserwerk, TrinkbrunnenRegen, feucht, gießentrinken, Talsperre, Kanalisation, SchachtdeckelStraßenablauf, Wasserbär, Druckerhöhungsstation, SchieberKaskadeTrinkwasseraufbereitung, FontäneGrundwasserabsenkungArmatur(en), Abfluss, Sielwesen, Pegel, Beschilderung, Wasserbau 

Was soll das? 

Bei Sandra startete im Januar ein tolles Blogexperiment. Wie es funktioniert und was dabei die Aufgabe der TeilnehmerInnen ist, erklärt sie auf ihrer Seite selbst am besten. Seither versuche ich jeweils sonntags mindestens ein Foto zu zeigen, das mein gewähltes Wort symbolisiert. Dafür gibt es nicht nur eine 5-Cent-Spende an die Adra-Stiftung, sondern am Ende des Jahres eine ganz persönliche Geschichte, die aus meinen bildgewordenene Wörtern geschrieben wird. Eine klasse Idee, die mitzumachen mich reizt(e). Die Teilnehmerliste ist -> hier <- zu finden.

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vor 25 Jahren #6

18-10-1989

18.10.1989

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Geschützt: Fotografieren verboten!

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Wasserbauschule

Das Pförtnerhäuschen sieht aus wie vor 34 Jahren. Allerdings habe ich es mausgrau in Erinnerung, so wie die übrigen Gebäude auch. Kann so gewesen, kann aber auch ein getrübter Rückblick sein. Die Wache ist allerdings unbesetzt. Damals saßen abwechselnd “Lehrlinge vom Dienst” darin.

WBS_Kleinmachnow_Ich fahre mit dem Auto auf das Gelände. Unbefugten ist dies untersagt. Hm. Ich fühle mich irgendwie ein wenig befugt. Dort, wo heute Parkplätze zu finden sind, stand damals eine (Holz?)Baracke mit Unterrichtsräumen. Meine Kamera im Anschlag laufe ich mit klopfendem Herzen über das immer noch vertraut wirkende Gelände.  So viel scheint nicht verändert.

Im Haus 3 befand sich damals das Internat für die Mädchen. Zweier- bis Viererzimmer. Gemeinschaftsklos und -duschen. Lautsprecher auf dem Flur. Wecken um 5 vor 7 mit  dem Berliner Rundfunk und “Was ist denn heut bei Findigs los?”. (Ich habe diese moraltriefende Hörspielreihe wahrlich gehasst.) Haus 2 links daneben beherbergte die Knaben. Haus 1 war meist den Teilnehmern von Fortbildungskursen vorbehalten. Und ich erinnere mich an ein Arztzimmer darin. Die Mädchen wurden an der Kleinmachnower Betriebsberufsschule des VEB Wasserstraßenbau überwiegend Technische Zeichnerinnen, die Jungs Wasserbauer.  Beides mit oder ohne Abitur.

WBS_Kleinmachnow_1 WBS_Kleinmachnow_2Die Sporthalle, die eigentlich schon seit Jahren einem neuen Mehrzweckgebäude weichen sollte, bekommt gerade neues Parkett. Man haucht ihr also ein zweites, drittes (?) Leben ein. WBS_Kleinmachnow_3

WBS_Kleinmachnow_3a

Der Sportplatz dagegen ist nicht mehr. Wo wir früher vom zynischen Sportlehrer getriezt wurden, haben die Wildschweine so lange ihr Unwesen getrieben, bis man in Sachen Schadensbeseitigung aufgab. Keine Weitsprunganlage, keine 400m-Bahn, keine Tore mehr. Wiese. Friedlich.

Im Hintergrund zwei weitere Gebäude, in denen die Ausbildung statt fand.

WBS_Kleinmachnow_4Die großen Fenster gehörten damals zu den Klassenzimmern, in denen wir an Reißbrettern Blut und Tusche schwitzten.  Ein geliebte Aufgabe gleich zu Beginn:  Mache einen Tuschklecks auf dein Transparentpapier, verreibe ihn und kratze dann das entstandene “Werk” vorsichtig mit der Rasierklinge wieder ab oder benutze einen Glasfaserradierer. Aber Achtung! Ein Loch darf natürlich auf dem Blatt nicht entstehen.

Jener Glasfaserradierer brachte mir zu Beginn der Ausbildung gleich mal eine richtig “fette” Nagelbettentzündung ein. Kleine Verletzungen durch die Glasfasern, dann Tusche dazu. Perfekte Inszenierung, die mit dem Ziehen des kompletten Nagels endete.

WBS_Kleinmachnow_5 Die Tür ist offen. Ich gehe vorsichtig, fast schon ein wenig andächtig in das Haus. Irgendwie hatte ich Leerstand erwartet. Aber nein, die Klassenzimmer leben ;-) Im gegenüberliegenden Gebäude findet sogar gerade Unterricht statt. Neugierig beäugen die Schüler durch die Fenster die herumstreunende Unbekannte.

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Erinnerungen an verschiedene Unterrichtsfächer kommen auf: Werkstoffkunde, Projektionslehre, Statik/Festigkeit, traditionelles und industrielles Bauen, Hochbau/Bauphysik, Vermessung, Tiefbau, Wasserwesen (Oh, welch Begriff!), Wasserbau, Technische Gebäudeausrüstung (TGA), Wasserversorgung, Abwasserableitung und -behandlung, Sport und – unvermeidlich – Staatsbürgerkunde und Betriebsökonomik/Sozialistisches Recht. Ich erinnere mich an einen Kugelblitz genannten Mann und die Lehrer Piltz, Pusch, Schramm und Lang. Lang, lang ist´s her ;-)

stempel

Ich laufe zurück zum Hauptgebäude. Bis 1951 wurde das Fachwerkhaus als “Schleusenkrug”, also als Wirtshaus mit Tanzsaal genutzt.  Später dann brachte man dort neben einigen Klassenzimmern auch die Direktion, die Verwaltung, die Küche und den Speiseraum unter.

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Ich mag dieses schöne Gebäude, das sich gleich neben der Schleuse am Teltow-Kanal befindet.

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WBS_Kleinmachnow_9Tatsächlich. Es gibt sie noch, die Küche mit der Essensausgabe. Nebenan, im ebenfalls unverändert wirkenden Speiseraum herrscht Betrieb. Ich gucke kurz hinein, traue mich aber nicht, ein Foto zu machen.

WBS_Kleinmachnow_10Gegenüber des Ausbildungszentrums befindet sich – wie eh und je – das “Gasthaus zur Schleuse”.  Und noch immer ist der Montag ein Ruhetag. Also wird es heute nichts mit einem Erinnerungsmahl im Haus 4 ;-)

WBS_Kleinmachnow_Haus-4

Heute ist auf dem Gelände das BBiZ Kleinmachnow untergebracht,  eine Aus- und Fortbildungseinrichtung der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV).  Ich freue mich, dass die Tradition weitergeführt wird.

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vor 25 Jahren #5

17-10-1989
17.10.1989

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vom Parlament und einem Mahnmal

Wo waren wir stehen geblieben? Ach ja, vormittags auf dem Gellértberg. Für den Nachmittag haben wir uns zu einer Führung im ungarischen Parlament angemeldet. Himmel, welch ein Andrang. Im Vorraum des Besucherzentrums sammeln sich wahre Scharen von Touristen aus aller Herren Länder mit entsprechend lautstarkem Geschnatter. Kein Wunder, dass die zarten Stimmchen der Guides für die jeweiligen Landessprachen kaum an die Bestimmungsohren durchdringen konnten. Zunächst schickte uns der strenge Kartenkontroletti zurück, weil wir für den obligatorischen Sicherheitscheck 5 Minuten zu früh dran sind. Wir üben uns also in Geduld und plötzlich bekommt er hektische Flecken, denn nun wird es schon fast ein bisschen knapp. Der Parlamentserklärbär (aus Gründen mag ich ihn nicht Führer nennen) für die deutschsprachige Tour war nämlich schon im Losgehen begriffen.

Die Gruppe ist groß, sehr groß. Unser Guide gibt sich wirklich alle erdenkliche Mühe laut und gut vernehmbar zu erzählen. Es ist anstrengend für ihn und für uns. Seine Tour ist abwechslungsreich, mit Daten, Statistiken und Anekdoten angefüllt. Er serviert es mit einem Schuss Humor und sehr viel Charme. Dennoch… Ich muss mich entscheiden, ob ich konzentriert zuhöre (und zumindest die Daten/Zahlen/Fakten eh wieder vergesse) oder die Dinge genieße, die hier so üppig zur Raumgestaltung beitragen und mit den Augen nach Motiven suche. Gut, in Kuppelhalle mit der Stephanskrone und den ungarischen Kronjuwelen darf man nicht fotografieren.  Da hat er wieder mein ganzes Ohr. Zufällig sind wir Zeuge, wie die ansonsten stramm stehende Kronwache gerade ihren Standortwechsel vornimmt. Ab und an dürfen die armen Jungs nämlich auch mal zappeln ;-)

Ähnlichkeiten mit dem Londoner Westminster-Palast sind beabsichtigt, als man das Gebäude  zwischen 1885 bis 1904 im neogotischen Stil errichtet. Sein Architekt, der Ungar Imre Steindl hat er sein vollendetes “Haus” nie mit eigenen Augen gesehen. Er erblindet und stirbt 1902.

Nach einer Dreiviertelstunde stehen wir wieder draußen. Beeindruckt. Imposante Treppenhäuser, goldene Verzierungen, prächtige Schnitzereien, Wandgemälde, Teppiche, wunderschöne Fensterbilder.  Wer hätte das von außen vermutete?

Dann entdecken wir ganz in der Nähe, auf der Pester Seite der Donau, ein Mahnmal. Eines, an dem die Menschen nicht achtlos vorüber gehen, sondern stehen bleiben, diskutieren, Bilder machen, Blumen und Steine ablegen. Diese metallenen Schuhe am Donauufer (Cipők a Duna-parton) erinnern seit 2005 auf stille, aber erschütternde Weise an die Progrome, die an Juden während der Nazizeit verübt wurden.

Unser Tag endet im Gellert-Bad. Davon gab es ja schon Bilder en masse.

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vor 25 Jahren #4

16-10-1989

16.10.1989

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Berlinerisch to go #2

Pinselheinrich sein Milljöh

Zille

Muss man das erklären? ;-)

(Die Skulptur aus Kalkstein wurde Thorsten Stegmann 1969 geschaffen und steht im Nikolaiviertel.)

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wordless wednesday #5

Budapest_Parlament

“stand to attention and jumping high” – my picture for image-in-ing.blogspot.de

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Berlin am Boden VI

Straßenkappe für eine Absperrarmatur und deren Umpflasterung als Streetart. So schön kann Kreide wirken. Ach ja: Ich war´s nicht. *zwinker*

Straßenkappe

Der Blick nach unten läuft in den internetten Welten unter BlickDienstag.

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