vor 25 Jahren #9

21-10-1989

21./22.10.1989

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Lohgerbergasse, östliche Altstadt, heute und vor 25 Jahren

Frau Tonari:

Wer hier längere Zeit mitliest, der weiß, dass Frau Tonari eigentlich so gut wie nie rebloggt. Aber heute muss sie es aus Gründen einfach mal machen, denn die Frau Hafensonne hat ihr einen großen Gefallen getan. Vor 25 Jahren veröffentlichte die Berliner Zeitung Bilder aus Rostock und speziell eines aus der Lohgerbergasse. Seht selbst, wie die von Herrn Kohl versprochenen blühenden Landschaften inzwischen aussehen.

Ursprünglich veröffentlicht auf hafensonne:

Auf den Vorschlag von Frau Tonari hin begaben wir uns gestern also in die Lohgerbergasse, um 25 Jahre später ein aktuelles Bild zu knipsen. Ganz denselben Ausschnitt haben wir nicht hinbekommen, weil natürlich diverse Panzer große Autos im Halteverbot und damit auch für unser Unterfangen im Weg standen. Daher ist es auch kein Hochformatbild geworden, aber die kann ich eh nicht leiden. Und die Sonne stand schön entgegen, aber IrfanView sei dank hat die Autokorrektur noch etwas herausgeholt.

DSC_3448_bwHeute ein schmuckes Sträßchen, nur die Autos stören etwas.

BZ_LohgerberDamals eigentlich eher wie direkt nach dem Krieg aussehend. Auch gab es ein paar Autos weniger.

Original ansehen

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vor 25 Jahren #8

20-10-1989

20.10.1989

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da setzt di nieda (4)

Wieder Montag, wieder ein Herz, wieder für Frau Waldspecht.

Budapest_Bank

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Drama am Himmel

Heute um 18.10 Uhr.  Grandiose Inszenierung.

Himmel_19102014

 

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vor 25 Jahren #7

19-10-1989

19.10.1989

19-10-1989_

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STORY-PICS 2014 (42)

Natürlich muss ich meinen Rundgang durch die Wasserbauschule mit einem Abstecher zur nebenan liegenden Schleuse verbinden. Immerhin führte auch damals kein Weg an ihr vorbei. Schade, dass gerade nicht geschleust wurde als die Bilder entstanden.

Die beeindruckende und unter Denkmalschutz stehende Anlage wurde zwischen 1901 und 1905 nach allen Regeln der damaligen Wasserbaukunst errichtet. Mit ihrer Hilfe überwinden die Schiffe im Teltowkanal den Höhenunterschied von 2,74 m zwischen Spree und Havel. Kaiser Wilhelm II weihte am 2. Juni 1906 den Teltowkanal ein, der auf Initiative des Teltower Landrates Ernst von Stubenrauch gebaut wurde.  Projektierung und Bauleitung für das Gesamtprojekt lagen in den Händen der Bauräte Christian Havestadt und Max Contag. Die architektonische Gestaltung der Schleuse selbst haben wir Friedrich Lahrs zu verdanken.

Die Doppelschleusenkammern sind jeweils 67 Meter lang und 10 Meter breit. Eine dritte, die Nordkammer entstand 1940 mit 85 Metern Länge und 12 Metern Breite. Diese und die mittlere Kammer sind heute noch in Betrieb. Die südliche wurde von der Bauaufsicht still gelegt.

Mein Wort für die Story-Pics lautet heute: Wasserbau 

Bisher erschienene Worte:

Wasserhahn, Trinkwasser, Hydrant, Rohr(e), Brunnen, Wasserturm, Wasserzähler, Wasserflasche, Schacht, Baustelle, fließen, Wasserfilter, Eimerkette, pumpen,
Wasser marsch!, waschen, sprudeln, Tropfen, nass, Wasserwerk, TrinkbrunnenRegen, feucht, gießentrinken, Talsperre, Kanalisation, SchachtdeckelStraßenablauf, Wasserbär, Druckerhöhungsstation, SchieberKaskadeTrinkwasseraufbereitung, FontäneGrundwasserabsenkungArmatur(en), Abfluss, Sielwesen, Pegel, Beschilderung, Wasserbau 

Was soll das? 

Bei Sandra startete im Januar ein tolles Blogexperiment. Wie es funktioniert und was dabei die Aufgabe der TeilnehmerInnen ist, erklärt sie auf ihrer Seite selbst am besten. Seither versuche ich jeweils sonntags mindestens ein Foto zu zeigen, das mein gewähltes Wort symbolisiert. Dafür gibt es nicht nur eine 5-Cent-Spende an die Adra-Stiftung, sondern am Ende des Jahres eine ganz persönliche Geschichte, die aus meinen bildgewordenene Wörtern geschrieben wird. Eine klasse Idee, die mitzumachen mich reizt(e). Die Teilnehmerliste ist -> hier <- zu finden.

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vor 25 Jahren #6

18-10-1989

18.10.1989

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Geschützt: Fotografieren verboten!

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Wasserbauschule

Das Pförtnerhäuschen sieht aus wie vor 34 Jahren. Allerdings habe ich es mausgrau in Erinnerung, so wie die übrigen Gebäude auch. Kann so gewesen, kann aber auch ein getrübter Rückblick sein. Die Wache ist allerdings unbesetzt. Damals saßen abwechselnd “Lehrlinge vom Dienst” darin.

WBS_Kleinmachnow_Ich fahre mit dem Auto auf das Gelände. Unbefugten ist dies untersagt. Hm. Ich fühle mich irgendwie ein wenig befugt. Dort, wo heute Parkplätze zu finden sind, stand damals eine (Holz?)Baracke mit Unterrichtsräumen. Meine Kamera im Anschlag laufe ich mit klopfendem Herzen über das immer noch vertraut wirkende Gelände.  So viel scheint nicht verändert.

Im Haus 3 befand sich damals das Internat für die Mädchen. Zweier- bis Viererzimmer. Gemeinschaftsklos und -duschen. Lautsprecher auf dem Flur. Wecken um 5 vor 7 mit  dem Berliner Rundfunk und “Was ist denn heut bei Findigs los?”. (Ich habe diese moraltriefende Hörspielreihe wahrlich gehasst.) Haus 2 links daneben beherbergte die Knaben. Haus 1 war meist den Teilnehmern von Fortbildungskursen vorbehalten. Und ich erinnere mich an ein Arztzimmer darin. Die Mädchen wurden an der Kleinmachnower Betriebsberufsschule des VEB Wasserstraßenbau überwiegend Technische Zeichnerinnen, die Jungs Wasserbauer.  Beides mit oder ohne Abitur.

WBS_Kleinmachnow_1 WBS_Kleinmachnow_2Die Sporthalle, die eigentlich schon seit Jahren einem neuen Mehrzweckgebäude weichen sollte, bekommt gerade neues Parkett. Man haucht ihr also ein zweites, drittes (?) Leben ein. WBS_Kleinmachnow_3

WBS_Kleinmachnow_3a

Der Sportplatz dagegen ist nicht mehr. Wo wir früher vom zynischen Sportlehrer getriezt wurden, haben die Wildschweine so lange ihr Unwesen getrieben, bis man in Sachen Schadensbeseitigung aufgab. Keine Weitsprunganlage, keine 400m-Bahn, keine Tore mehr. Wiese. Friedlich.

Im Hintergrund zwei weitere Gebäude, in denen die Ausbildung statt fand.

WBS_Kleinmachnow_4Die großen Fenster gehörten damals zu den Klassenzimmern, in denen wir an Reißbrettern Blut und Tusche schwitzten.  Ein geliebte Aufgabe gleich zu Beginn:  Mache einen Tuschklecks auf dein Transparentpapier, verreibe ihn und kratze dann das entstandene “Werk” vorsichtig mit der Rasierklinge wieder ab oder benutze einen Glasfaserradierer. Aber Achtung! Ein Loch darf natürlich auf dem Blatt nicht entstehen.

Jener Glasfaserradierer brachte mir zu Beginn der Ausbildung gleich mal eine richtig “fette” Nagelbettentzündung ein. Kleine Verletzungen durch die Glasfasern, dann Tusche dazu. Perfekte Inszenierung, die mit dem Ziehen des kompletten Nagels endete.

WBS_Kleinmachnow_5 Die Tür ist offen. Ich gehe vorsichtig, fast schon ein wenig andächtig in das Haus. Irgendwie hatte ich Leerstand erwartet. Aber nein, die Klassenzimmer leben ;-) Im gegenüberliegenden Gebäude findet sogar gerade Unterricht statt. Neugierig beäugen die Schüler durch die Fenster die herumstreunende Unbekannte.

WBS_Kleinmachnow_6

Erinnerungen an verschiedene Unterrichtsfächer kommen auf: Werkstoffkunde, Projektionslehre, Statik/Festigkeit, traditionelles und industrielles Bauen, Hochbau/Bauphysik, Vermessung, Tiefbau, Wasserwesen (Oh, welch Begriff!), Wasserbau, Technische Gebäudeausrüstung (TGA), Wasserversorgung, Abwasserableitung und -behandlung, Sport und – unvermeidlich – Staatsbürgerkunde und Betriebsökonomik/Sozialistisches Recht. Ich erinnere mich an einen Kugelblitz genannten Mann und die Lehrer Piltz, Pusch, Schramm und Lang. Lang, lang ist´s her ;-)

stempel

Ich laufe zurück zum Hauptgebäude. Bis 1951 wurde das Fachwerkhaus als “Schleusenkrug”, also als Wirtshaus mit Tanzsaal genutzt.  Später dann brachte man dort neben einigen Klassenzimmern auch die Direktion, die Verwaltung, die Küche und den Speiseraum unter.

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Ich mag dieses schöne Gebäude, das sich gleich neben der Schleuse am Teltow-Kanal befindet.

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WBS_Kleinmachnow_9Tatsächlich. Es gibt sie noch, die Küche mit der Essensausgabe. Nebenan, im ebenfalls unverändert wirkenden Speiseraum herrscht Betrieb. Ich gucke kurz hinein, traue mich aber nicht, ein Foto zu machen.

WBS_Kleinmachnow_10Gegenüber des Ausbildungszentrums befindet sich – wie eh und je – das “Gasthaus zur Schleuse”.  Und noch immer ist der Montag ein Ruhetag. Also wird es heute nichts mit einem Erinnerungsmahl im Haus 4 ;-)

WBS_Kleinmachnow_Haus-4

Heute ist auf dem Gelände das BBiZ Kleinmachnow untergebracht,  eine Aus- und Fortbildungseinrichtung der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV).  Ich freue mich, dass die Tradition weitergeführt wird.

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