STORY-PICS 2014 (35)

In Barcelona entdeckten das Töchterlein und ich Anfang August einen magischen Brunnen, Font Mágica. Seit der Weltausstellung 1929 sprudeln hier aus unendlich vielen Düsen rund 3.000 Liter Wasser in der Sekunde, angetrieben von rund 130 Motoren. Zum Betreiben der Anlage werden um die 3 Millionen Liter unbehandeltes Grundwasser verwendet. Ein Schild am Brunnenrand weist darauf hin, dass es sich nicht im Trinkwasser handelt.

Erst Anfang der Achtziger begann man übrigens mit Hilfe von ca. 5.000 Scheinwerfern daraus ein buntes Spektakel zu machen und eine musikalisch untermalte Springbrunnenshow zu installieren.  Las Vegas lässt grüßen.

Nun, wir waren nicht nach dem Sonnenuntergang dort. Ich fand es auch so bereits ganz bezaubernd, weil das feine Versprühen des Wassers diesen wunderschönen Nebeleffekt erzeugte.

Mein eigentliches Bild und Wort für diese Woche: Fontäne.

Wegen der beiden Projekte Rostparade am Monatsletzten und den Gesichtern am Monatsersten erschien das Story-Pic nicht wie gewohnt am Sonntag, sondern mit Verspätung.

versprüht

Bisher erschienene Worte:

Wasserhahn, Trinkwasser, Hydrant, Rohr(e), Brunnen, Wasserturm, Wasserzähler, Wasserflasche, Schacht, Baustelle, fließen, Wasserfilter, Eimerkette, pumpen,
Wasser marsch!, waschen, sprudeln, Tropfen, nass, Wasserwerk, TrinkbrunnenRegen, feucht, gießentrinken, Talsperre, Kanalisation, SchachtdeckelStraßenablauf, Wasserbär, Druckerhöhungsstation, SchieberKaskadeTrinkwasseraufbereitung, Fontäne

Was soll das? 

Bei Sandra startete im Januar ein tolles Blogexperiment. Wie es funktioniert und was dabei die Aufgabe der TeilnehmerInnen ist, erklärt sie auf ihrer Seite selbst am besten. Seither versuche ich jeweils sonntags mindestens ein Foto zu zeigen, das mein gewähltes Wort symbolisiert. Dafür gibt es nicht nur eine 5-Cent-Spende an die Adra-Stiftung, sondern am Ende des Jahres eine ganz persönliche Geschichte, die aus meinen bildgewordenene Wörtern geschrieben wird. Eine klasse Idee, die mitzumachen mich reizt(e). Die Teilnehmerliste ist -> hier <- zu finden.

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I see faces

iseefaces_Barcelona_Gaudi

Herr Gaudi hat sogar in seinem Casa Batlló ein Gesicht für Ruthies “I see faces” vorgesehen.

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Rost-Parade (5)

Rostparade_Logo

Rost hat Charme. Und ich finde, (d)er muss sich nicht verstecken.

Daher werfe ich immer mal ein Kameraauge auf Korrosionsprodukte, eiserne oder stählerne Dinge zeigend, an denen der Zahn der Zeit nagt. Wer mag, darf sich gerne anschließen und das kleine Logo zur Rost-Parade mitnehmen. Es würde mich freuen. Durchforscht Eure Festplatten und lasst die rostigen Motive an die frische Luft, auf dass sie weiter korrodieren mögen.

Für die zwanglose Reihe habe ich mir den letzten Tag des Monats ausgesucht. Nächstes Ultimo ist dann am 30.09.2014. Bitte verlinkt Eure Beiträge als Kommentar, damit ich sie in den internetten Weiten wieder finde und sich auch andere Rostgucker daran erfreuen können.

Die 90 Tonnen schwere Skulptur “Berlin” möchte Symbol der deutschen Einheit sein und wurde im Jahr 2000 vom spanischen Künstler Eduardo Chillida (1924 -2002) geschaffen. Nun rostet die Dauerleihgabe der Stiftung Preußischer Kulturbesitz im Vorgarten der Bundesmuddi.

Bundeskanzleramt
Übrigens ist heute mal wieder “Tag der offenen Tür”. Die Bundesregierung lädt von 10 bis 18 Uhr ein, ein bisschen hinter die Kulissen zu gucken.

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gewonnen – gegessen

Vor ein paar Tagen kommentierte ich bei Terragina einen Blogbeitrag und gewann völlig überraschend … ein riesiges Paket voller Katzenfutter, genauer gesagt zwei unverschämt große Gourmet-Feinschmeckerboxen mit jeweils 43 Leckerli für Stubentiger.

Wer hier schon länger liest, wird sich wundern. Warum macht Frau Tonari bei einem Gewinnspiel mit, in dem Tiernahrung verlost wird? Sie hat doch gar keine Fellnase. Nö, hat sie wirklich nicht. Aber es lockten auch zwei Gutscheine für ein Erlebniskochen.  Und das wäre doch genau das richtige für den besten Essenzauberer von allen, nicht wahr?  Vorausgesetzt, es handelt sich nicht um einen Kochkurs für die Katzenküche ;-)

Nun, die Gourmet-Erfahrungen dürfen demnächst “befreundete” Vierbeiner machen. Ich hoffe, sie sind dankbare Futterverwerter.

Herr Tonari und ich freuen uns auf das Koch-Event irgendwo in Berlin. Nächste Woche kümmere ich mich um einen Termin für den Workshop.

katzenfutter

Und sonst so? Mein erstes Fress-Paket ;-) ist angekommen und ich muss sagen, ich bin begeistert. Frau Hafensonne berichtete neulich von diesem kulinarischen Happening und hat mich damit quasi geworben. Nun bekomme ich einmal im Monat eine Abo-Box mit Köstlichkeiten eines europäischen Landes. Da Herr Tonari und ich immer gerne mal was Neues ausprobieren – also ich probiere gerne, was Herr Tonari zusammenfrickelt  *zwinker* –  passt das Angebot super zu uns. Ende August erreichten uns wunderbare schwedische Produkte.  Drum gab es heute Räucherlachs mit Hovmästarsås (Soße aus gelben und braunem Senf, rotem Weinessig und Dill) auf Kartoffelpuffern. Sehr, sehr, sehr lecker…

Hovmästarsas

 

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antiquarisch

Das in Münster ansässige Antiquariat Solder 

Muenster_Wilsberg

hat heute Abend seinen Auftritt in der Glotze als Antiquariat Wilsberg (Wiederholung, Erstsendung 04/2011).

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still

Fenster_Raehnitz

Die Erinnerung ist ein Fenster, durch das ich sehen kann, wann immer ich will.

(Verfasser unbekannt)

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STORY-PICS 2014 (34)

In Hamburg kostete im Jahre 1892 der Ausbruch der letzten großen europäischen Choleraepidemie rund 8.600 Menschen das Leben. Spätestens da erkannten die verantwortlichen Stadtväter (Stadtmütter waren zu dieser Zeit noch ein unfrommer Wunsch.), dass im Umgang mit Trink- und Abwasser ein Umdenken erforderlich ist. Hygiene stand nun auf der Tagesordnung.

Entsprechend wurde im Frühjahr 1883 auf der Elbinsel Kaltehofe eine Filtrationsanlage in Betrieb genommen und damit der Grundstein für eine moderne Trinkwasserversorgung gelegt.

Diese Anlage blieb bis 1990 in Betrieb. Erst dann schloss man sie wegen der Industrieverschmutzungen des Wassers. Für mich erstaunlich spät, denn wenn ich mich erinnere, wie die Elbe Anfang der Achtziger schon in Magdeburg roch, dann mag ich mir nicht vorstellen, was bis Hamburg noch alles dazu gekommen sein mag.

In der ehemaligen Außenstelle des Hygienischen Institutes, die früher die Qualität des Trinkwassers kontrollierte, befindet sich heute die Ausstellung “Historie der Elbinsel Kaltehofe – Trinkwasser für eine Großstadt”. Wir besuchen sie Mitte Juli, entrichten im Museumsshop unseren Obolus und steigen dann die Treppe zur erste Etagen und den Museumsräumen hinauf. 

Auf dem kleinen Labortisch finde ich ein sogenanntes Keimbuch. Den Begriff habe ich bisher noch nie gehört. Der Zufall will, dass just mein Geburtsmonat ausliegt. Ich kann mich nicht beherrschen und blättere auf den Tag meiner Geburt. Coliforme Keime pro 100 Kubikzentimeter: 16 an der Schöpfstelle, 5 im Hauptzufuhrkanal und keinen im Reinwasserkanal. Gut so. 

Ansonsten entdecken wir in den angrenzenden Räumen interessante Geschichten, Pläne, Fotos und Zeitungsausschnitte rund um den Bau des Industriedenkmals, ums Leben und wirklich harte Arbeiten in und auf der Anlage. Ein Zimmer ist allein den zahlreichen Hamburger Wassertürmen gewidmet. 

Wir fahren, man könnte es auch Schleichfahrt nennen, mit dem Aufzug ins Kellergeschoss und gelangen über einen Verbindungsgang, ausgelegt mit unter den Sohlen knirschenden Kieselsteinen, in den zweiten Teil des Museums der Wasserkunst mit seinen “Geschichten der Hamburger Brunnen, Fontänen und Kaskaden”. Sehr stimmungsvoll werden hier schöne Hamburger Wasserspiele gezeigt. Echte Hansestädter haben hier bestimmt mehr heimatlichen Bezug. Uns hat es gefallen, auch wenn uns die Brunnennamen (natürlich) nichts sagen.

Nach all dem Geplätscher tropfenden Wassers (Grotte? Tropfsteinhöhle?) aka “Beschallung” überprüfe ich natürlich das örtliche WC. *zwinker* Dann gehen wir zurück ans Tageslicht.

Ursprünglich verfügte die Anlage über 22 fußballfeldgroße Filterbecken. Nachdem das Gelände nach der Stilllegung sich 20 Jahre selbst überlassen wurde und verwilderte, konnten sich auf den rund 45 Hektar natürlich viele Pflanzenarten ansiedeln und Tiere heimisch werden. Die Stiftung “Wasserkunst Elbinsel Kaltehofe” machte daraus ein wunderschönes Gelände mit Naturlehrpfad. Seit September 2011 ist es der Öffentlichkeit zugänglich. Drei Becken durften Biotope bleiben. Ein Viertes kann von Bastlern und Modellbauern für Schiffsmodelle verwendet werden. Und eines dient als Museumsbecken mit restauriertem, begehbarem Schieberhäuschen. Der Rest bleibt unberührt.

Die Schöpfstelle des Elbwassers befand sich auf der Insel Billwerder. Dort ließ man das Flusswasser 20 Stunden in vier großen Absetzbecken stehen, so dass sich Schwebstoffe auf dem Boden ablagern konnten. Danach floss es über einen gemauerten Kanal in die 22 offenen Becken.  Diese sind rund 3 Meter tief, wovon ungefähr 1,5 m mit Sand und Kies unterschiedlicher Körnung bedeckt sind. Während der Filtration durch die Schicht wurde das Wasser gereinigt und von Keimen befreit. Keimen, nicht Umweltgiften. Danach strömte das Wasser weiter durch zwei, unter der Elbe verlegten Rohrleitungen (Düker) zum Wasserwerk Rothenburgsort, das die Verteilung in Richtung Stadt vornahm.

Das Herz geht mir auf, wenn ich die schönen wilhelminischen Häuschen sehe. Und es blutet, wenn ich entdecke, dass man viele andere der ehemals 36 kleinen Gebäude “kontrolliert” verfallen lässt. Patenschaften oder Adoptionen wären toll. Das Ensemble wurde übrigens von jenem Andreas Meyer (1837 -1901) errichtet, dem Hamburg auch ihre berühmte Speicherstadt zu verdanken hat. Die Schieberhäuschen dien(t)en dem Regulieren des Zu- und Abflusses und damit des Wasserstandes in den Becken.

Liebe Museumsbetreiber: An dieser Stelle erlaube ich mir den kritischen Hinweis, dass ein Schieberhäuschen seine Funktion nur dann richtig gut zeigen kann, wenn es denn auch einen echten Schieber und ein gusseisernes Handrad in sich trägt. Da, wo er eigentlich hingehört, gähnt heute nämlich nur ein dunkles Loch. Da muss doch noch was möglich sein, oder?

Der Besuch des Außengeländes und des Cafés ist kostenfrei. Besucher des Museums zahlen 5,50 € (Erwachsene), 3,80 € (Azubis, Studenten, Menschen mit Behinderungen), 2,50€ (Kinder 6-18), 12,50€ (Familien mit max. 3 Kindern).  Das Museum ist von März bis Oktober von 10-18 Uhr und von November bis Februar von 10-17 Uhr geöffnet. Offene Führungen finden samstags, sonntags und feiertags um 13 und 16 Uhr statt.

Ach ja, vor lauter Begeisterung hätte ich doch glatt mein Wort für die Story-Pics vergessen. Es lautet: Trinkwasseraufbereitung

Bisher erschienene Worte:

Wasserhahn, Trinkwasser, Hydrant, Rohr(e), Brunnen, Wasserturm, Wasserzähler, Wasserflasche, Schacht, Baustelle, fließen, Wasserfilter, Eimerkette, pumpen,
Wasser marsch!, waschen, sprudeln, Tropfen, nass, Wasserwerk, TrinkbrunnenRegen, feucht, gießentrinken, Talsperre, Kanalisation, SchachtdeckelStraßenablauf, Wasserbär, Druckerhöhungsstation, SchieberKaskade, Trinkwasseraufbereitung

Was soll das? 

Bei Sandra startete im Januar ein tolles Blogexperiment. Wie es funktioniert und was dabei die Aufgabe der TeilnehmerInnen ist, erklärt sie auf ihrer Seite selbst am besten. Seither versuche ich jeweils sonntags mindestens ein Foto zu zeigen, das mein gewähltes Wort symbolisiert. Dafür gibt es nicht nur eine 5-Cent-Spende an die Adra-Stiftung, sondern am Ende des Jahres eine ganz persönliche Geschichte, die aus meinen bildgewordenene Wörtern geschrieben wird. Eine klasse Idee, die mitzumachen mich reizt(e). Die Teilnehmerliste ist -> hier <- zu finden.

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Natürlich…

haben wir heute so gut wie keinen Pilz gefangen. Frau Tonari sichtete einen Steinpilz. Der beste Pilzsammler von allen brachte es leider auch nur auf ein erbärmliches Pfifferlingsdreierlei.  Zu trocken im Wald. Nicht mal Giftpilze zeigten ihre Käppchen.

Weil wir aber den Schwiegereltern für morgen vollmundig vorlaut ein Pilzessen versprochen haben, wurden wir schwach und kauften ein Körbchen voller Steinpilze. So schnell kann man seinem Vorsatz “Kaufe nie Pilze.” (Zuchtchampignons ausgenommen.) untreu werden…

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old

Schuppentuer

Kalles Türenprojekt ist ja eigentlich seit geraumer Zeit abgelaufen, aber manchmal packt mich doch immer noch die Lust, außergewöhnliche Pforten hier und anderswo zu zeigen.

Zu dieser Schuppentür haben wir familiären Bezug.

Und den “Schupfen-Blog” (STÄLLE, SCHUPPEN, SCHEUNEN UND VERANDEN IN ANGELN, SCHWANSEN UND DEM REST DER WELT) freut es bestimmt auch.

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vom Ackern

Im Häuschen der “Schwiegeroma” entdeckte ich neulich eine Broschüre mit dem interessanten Titel “Die Schatzgräber oder Die richtigen Wolfer”. Was wie ein Abenteuerroman klingt, liest sich im Untertitel auf der Innenseite dann viel geerdeter ;-) “Ein Buch für Feld und Garten über neuzeitliche Bodenpflege und Unkrautbekämpfung”.

Die Zeichnungen stammen von Rudolf vom Endt. Das 88 Seiten umfassende Heftchen ist 1936 als Wolfdruck 502 im Selbstverlag erschienen. Das Copyright liegt bei  der Versuchs- und Lehrabteilung  für Feld und Garten in der Wolf-Geräte-Fabrik.

Beim näheren Betrachten entpuppt sich das Gedruckte als Werbeband der Fa. August Wolf Eisenwarenfabrik GmbH Betzdorf (Sieg), heute bekannt als Wolf Garten.

Aber ich musste so an den Herrn Ackerbau denken. Bestimmt hatte er einen Schluckauf.

ackerbau

Zeichnung: Rudolf vom Endt (1882-1966)

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