Vor vielen, vielen Jahren, also kurz nach der Einführung der “harten” Mark in den fünf neuen Bundesländern und damit dem Beginn unserer Reisefreiheit in die frisch “dazugewonnenen Gebiete”, stand Frau Tonari – die damals natürlich noch nicht so hieß – vor einem der Waschbecken in einer Autobahnraststätte und war schlichtweg fassungslos. Sie sah einen stinknormalen Wasserhahn. Sie erblickte rechts und links andere Frauen, die sich ganz normal ihre Hände unter dem fließendem Nass wuschen. Sie aber fühlte sich wie Klein-Ossi im Wunderland. Denn der Hahn ihres Waschbeckens hatte keinen Hebel, keinen Drehgriff. Einfach nix. Frau glaubte sich schlau und suchte einen Knopf zum Drücken in den Wandfliesen. Keiner da! Frau hatte schon von Sensoren gehört oder gelesen. Also fuchtelte sie mehr oder weniger stark mit beiden Händen vor und hinter der Armatur herum, erweiterte den Fuchtelaktionsradius um den Bereich der Kacheln. Muss sehr beschwöhrend bis esotherisch ausgesehen haben, aber es passierte nix. Kein Tropfen fiel aus dem Hahn. Die anderen Ladys waren inzwischen handgereinigt, getrocknet und verschwunden. Frau Tonari hingegen war mutterseelenallein und mit dem extrem starken Willen ausgestattet, sich von einem Wasserhahn nicht austricksen zu lassen. Und außerdem ging es ihr erheblich an die Berufsehre… Und sie fühlte sich ziemlich lächerlich und wurde langsam wütend. Zu blöd ´nen Eimer Wasser auszukippen Wasserhahn zum Laufen zu bringen. Einem Moment dachte sie daran, Opfer der “Versteckten Kamera” zu sein. Gleich würde Kurt Felix aus einer Kabine springen, sie herzen und Deutschland-einig-Vaterland sich am Samstagabend den Bauch halten vor Lachen.
Der im Auto zurückgelassene Teil der Familie war bestimmt kurz davor, eine Vermisstenanzeige aufzugeben
Lost in Restroom
Frau Tonari verfiel derweil in ihrer Not auf die Taktik des Haarekämmens bis zum Erscheinen potentieller anderer Handwäscherinnen.

Zum Glück musste sie nicht allzu lange warten.
Des Rätsels Lösung: Auf dem Boden befand sich eine Art Druckknopf, den man mit dem Fuß bedienen musste, um das Wasser aus dem Hahn zu locken. Na toll
Der damals war nicht so auffällig und knallrot wie der auf dem unteren Foto. Eher sehr dezent, eigentlich nur angedeutet. So Ton in Ton
Vor ein paar Wochen entdeckte ich anlässlich einer Dienstreise eine ähnliche Konstruktion in der dortigen Damentoilette und musste ganz, ganz breit grinsen. Denn erstens hab ich nun ein Bild von solch einer (heim-)tückischen Anlage und zweitens kann ich Euch augenzwinkernd davon berichten.



Also so eine Vorrichtung habe ich ja noch nie gesehen. Ich wäre da auch verzweifelt, gerade wenn dieser ominöse Fußschalter alles andere als gut sichtbar ist.
Darauf wäre ich auch nicht gleich gekommen
Hm, so ein Teil ist mir bisher auch noch nicht begegnet. Ich ätte bestimmt auch genauso wartend da gestanden und mir “abgeguckt” was andere machen!
LG
Oh, so ähnlich erging’s mir auch schon mal!
Ich stand übrigens am Mittwoch, als ich mal dringend Ballast abwerfen musste, ganz schön verblüfft vor einer öffentlichen Toilette in Zürich. Leider hatte ich keine Zeit, das Teil zu fotografieren, das hole ich bei meinem nächsten Ausflug aber nach. Aber das Ganze wirkte schon sehr – hm! – futuristisch, und so ungewöhnlich, dass ich beinahe Bange hatte, mich darauf zu setzen…
Da befindest du dich bestimmt in zahlreicher Gesellschaft. Pech für dich, dass du nicht zufällig auf den Knopf getreten bist und das Wasser geströmt ist.
Sowas wie auf dem Foto hatte ich auch schon mal… mit dem “roten Telefon” fällt das dann aber schon eher auf. Bei den Dixi`s kann man auch manchmal den Hebel und so suchen…
Mitfühlende Grüße
Anna-Lena
Guten Morgen,
also da bin ich sehr überrascht. so eine Vorrichtung habe ich noch nie gesehen. Ich fürchte, auch wenn er rot gewesen wäre, hätte ich es nicht überrissen, dass man dort seinen Fuß hinstellen muss. Ich hätte es dann eher an einem anderen Wasserhahn mal probiert. Hätte ja auch sein können, dass er kaputt ist. Na zum Glück hat sich das Rätsel gelöst.
Viele Grüße
Monika
Sehr gut kann ich verstehen, dass du am Suchen gewesen bist. Inzwischen ist das ja richtig spannend. In jeder Toilette bekommt man den Wasserhahn auf andere Weise zum Laufen. Halte ich die Hand unter den Hahn, dann muss man ihn bestimmt irgendwo aufdrehen. Suche ich den Drehknopf, dann geht es mit Handunterhalten oder eben mit dem Fußtritt
Sehr erschrocken war ich, als ich zum ersten Mal auf einer Toilette war, bei der der Sitzring automatisch gereinigt wird. Ich stehe auf und hinter mir saust der Ring im Kreis rum
Ist doch lustig, was die Toiletten für Überraschungen bereit halten.
Aber ehrlich, die Sensorendinger und wie du es beschreibst, sind mir auch nicht fremd. Und wie blöde man sich da echt fühlt. In Italien gibt es unterhalb der Waschbecken auch solche Fusspedale. Furchtbar. Beim ersten Mal standen wir da auch wie die Kuh davor, wenns donnert…
Liebe Frau Tonari,
ich habe diese köstliche Story gleich meinem Mann vorgelesen, mit Tränen in den Augen und immer wieder Unterbrechungen wegen lauten Lachens.
Solche Druckdinger gibts bei uns auf dem Friedhof.
Aber im Waschraum hätte ich vermutlich auch erstmal suchen müssen.
Super geschrieben.
Lachende Grüße aus dem sonnigen Ruhrgebiet
Liebe Frau Tonari,
so ähnlich ist es mirauch schon ergangen und auch mir hat dann eine mildtätig wissende Mitfrau geholfen!
Ich ärgere mich über die diversen, jeweils verschiedenen Vorrichtungen, die alle doch nur dem einen Zweck dienen sollten, nämlich das Wasser zum Laufen zu bringen. Warum gibt es für so etwas nicht auch irgendwas “genormtes”!? Geht doch bei allem anderen auch!
Liebe Grüße einer Mitfühlenden ♥
herzlichst moni
Ja, die Technik erlaubt solche Überraschungen, man muss schon kreativ denken, um alle Rätsel zu lösen, KLaus
Lustig, Kannte ich garnicht, diese Dinger. Ist ja wie im OP, wo der Herr Dr. mit dem Ellbogen den Seifenspender zur Spende nötigt. Also, ich käme mir beim roten Punkt am Boden vor wie bei 007. Kann ja sein, es wird der sonstwas aktiviert. Da muss man schon mutig sein, wenn man sowas betätigt.
Üüüübrigens wünsche ich die jetzt schon mal viel Spaß beim Fidel. Wer weiß, was es dort wieder für spannende Sachen zu entdecken gibt. Du wirst es uns wissen lassen. Ich wette.:-)
Internet werde ich wohl nicht haben. Also gibt es keinen Livestream. Aber ein paar Bilder bringe ich bestimmt mit.
Bei uns in den Waschraeumen, da gibt es einen Sensor, aber die Menge Wasser, die da rauskommt, die reicht nie um die Seife abzuwaschen, also wuchtelt dann jeder noch und noecher unter dem Hahn herum. Am Boden hatte ich es noch nicht gesehen, fuer Wasserhahn, aber fuer To-Spuelungen, Man muss halt alles immer neu lernen.
So einen Knopf habe ich gestern in einem polnischen Zug (von Dresden nach Berlin) erlebt. Schwarz und auf dem nicht besonders sauberen Boden kaum sichtbar. Und ich alter Wessi habe auch eine Weile gebraucht, um ihn zu bemerken, war bereits am Überlegen, ob ich mich wie eine Katze mit Spucke waschen kann.