Toilettenschuhe sind für mich nichts Neues. Die Dingerchen kennt Frau Welttoilettenbummlerin ja schon aus Japan. Dort fand ich sie allerdings bisher nur in privaten Wohnungen, nie in öffentlichen Gebäuden. In Thailand sind solche “Hausschuhe fürs Klo” gelegentlich auch auf Parkplatztoiletten u.ä. zu finden, werden dann aber gerne von den ausländischen Touristen (Farangs) “übersehen” oder mit einem lauthalsen “Iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiih!” kommentiert. Frau Welttoilettenbummlerin hingegen ließ tapfer ihre Sandalen außen vor, wechselte in die ausgetretenen Plastikschlappen und erntete ein anerkennendes Lächeln und Kopfnicken der zuständigen Klofrau.
Zurück zu den Thai-Style-Örtchen, Hong Nam (Nam = Wasser, Hong = Zimmer) genannt. Man benutzt sie in asiatischer Hocke, nachdem man mit den Füßen, toiletten- oder straßenbeschuht, auf die geriffelten Keramikflächen getreten ist. Nun ja, appetitlich geht anders, denn nicht immer ist – wie bei uns üblich – ein Wasseranschluss vorhanden. Dann muss mit den bereit gestellten Schüsselchen aus einem Reservoir geschöpft und handgespült werden
Es gibt auch mixed Varianten mit modernem Spülkasten. Toilettenpapier findet man übrigens nur sehr selten. Vorsorglich sollte man es also immer dabei haben. Das benutzte Papier wird anschließend in einem bereit gestellten Abfalleimer und keinesfalls ins Becken entsorgt. Wäre bei handgeschöpfter Wasserspülung auch auch außerordentlich schwierig bis unmöglich und führt vermutlich zwangsläufig zur Verstopfung. Des Kanals, nicht der eigenen.
Häufig ist ein zusätzlicher Schlauchanschluss (separate Toilettenbrause – auf dem Foto links unvollständig im Bild, besser hier zu sehen) vorhanden, der nach erfolgreicher Sitzung als Wasserstrahlreinigung fürs Hinterteil dient. Ausgesprochen lindernd nützlich nach ultrascharfem Thaifood
Die augenzwinkernde Erzählung unseres Reiseleiters, dass er sich bei seinem ersten Toilettenaufenthalt in Deutschland über die bei uns völlig unnötig hoch angebrachten und nicht rutschsicheren Aufstellflächen für die Füße wunderte und uns für strohklodumm erklärte, hielt ich für eine gern genommene Schenkelklopfstory aus der Kulturschockreihe, bis ich im Norden Thailands auf der Toilettenbrille eines westernstyle Klos schmutzige Schuhabdrücke erblickte und wenig später in Kambodscha dieses Hinweisschild entdeckte und natürlich sogleich für Euch knipsen musste. Hier übrigens auch gut zu erkennen, dass die Toilettenbrause nicht zum Duschen vorgesehen ist
Das kambodschanische “Man(n)-wäscht-sich-nicht-die-Hände-im-Urinal”-Foto konnte Frau Tonari naturbedingt natürlich nicht selbst schießen. Herr Tonari hat hier ein wachsames Auge bewiesen
Ach ja, keine Angst, natürlich gibt es in den Hotels und an Orten, die häufig von ausländischen Touristen aufgesucht werden, die “normalen” Sitztoiletten im westlichen Stil. Aber über die kann man eben nicht so fröhlich bloggen



ich bin deshalb in Thailand und Umgebung immer mit Einweghandschuhen versehen und Toiletten papier, denn auch dies ist oft nciht vorhanden. Ausserdem immer mit einem kleinen Handtuch und feuchten Tuechern. Mein Mann hat sich anfangs gewundert, was ich da immer mitschleppe, aber er hat irgendwann auch festgestellt, dass es sehr gut, wenn ich es dabei habe.
wunderbar deine Bilder, sie machen richtig Spass udn gute ERinnerungen werden wach.
Sehr amüsant und kulturell wertvoll. Andere Länder, andere Sitten.
Ich hatte in Nigeria mal in nem Hotel das WC und die Dusche in einem wc-kleinen Räumchen. Da konnte man, auf der Toilette sitzend duschen. Ich habe es aber nicht getan, denn das Hotel war so “sauber”, dass ich in voller Montur sogar ins Bett gegangen bin.
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Sehr interessant. Andere Länder, andere Sitten. Ich musste schmunzeln als ich mir vorstellte, wie ein Besucher in unserem Land versucht, auf die Toilette zu steigen.
Die Schilder sind herrlich.
Das Foto mit dem Wasserkasten -> wenn ich mich da drauf stellen soll? Das birgt ja ein gewisses Verletztungsrisiko, wenn man da abrutscht und runterfällt!!
Und Schuhe für alle? Stell ich mir auch nicht so prickelnd vor *gg*
Sehr interessant was Du uns hier erzählst, vor allem die Schilderung des Reiseleiters in hiesigen Befreiungshallen *gg*
LG Kerstin
“Befreiungshallen” hahaha, hihihi
@ Ruthie
Eine davon gibt’s sogar in München …
http://quizzymuc.wordpress.com/2009/06/30/freiheit/
Von Gullideckeln zu Toilettengewohnheiten. Dein Blog ist immer lesenswert, liebe Tonari.
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Danke für die Erklärungen zu den menschlichen Bedürfnissen
Herzlich
Anna-Lena
Über deine beiden letzten Fotos habe ich Sch… gebrüllt, so laut musste ich lachen. – Ich kenne ja die “Plumpsklos” nur von den Bulgarienreisen und Umgebung (sie waren auch noch irgendwo anders), und das nicht zweckgemäße Gebrauchen einer Wassertoilette sagt man ja auch den russischen Soldaten am Ende des Krieges nach, die ihre Kartoffeln darin gewaschen haben sollen.
Man kann sich nicht überall in den Gebräuchen anderer Länder auskennen. Ich denke noch oft an meine Schwierigkeiten nach der Wende, manchen Wasserhähnen auf WC-Einrichtungen auch wirklich Wasser zu entlocken, denn Sensoren kannte ich nicht.
Das ist irgendwie bemerkenswert und sehr erheiternd, dass es sogar beim Erledigen kleiner und großer Geschäfte solch kulturelle Unterschiede gibt!
Solche Steh- bzw. Hockklos kenne ich noch aus Italien, die habe ich in äußerst unangenehmer Erinnerung…
Liebe Grüße!
So amüsant, danke für die Schmunzler.
Deine Beschreibung ist einfach köstlich.
Liebe Grüsse
Elke
Of Topic
OBS neue mail addi, aber nur für meinen WP Blog
ansonsten gillt die alte wie immer. Also bitte
nicht wundern..
Solche Hock-Klos gibt es in Frankreich auch. Und weniger sauber als die dargestellten Örtlichkeiten, obwohl mit Wasserspülung.
Willkommen hier, liebe Claudia.
Schon klar, die Dinger hab ich auch schon in diversen anderen Ländern gesehen, bspw. Bulgarien, Russland, China. Aber da bloggte ich noch nicht
Ansonsten wissen regelmäßige Blogleser um meine besondere Beziehung zu Wasser und Abwasser und warten geradezu sehnsüchtig auf einen Beitrag solcher Art
Ich fand diese Dinger übrigens prinzipiell gar nicht so schlecht (wenn auch gewöhnungsbedürftig). Aber für Leute mit einem steifen Bein ist das schon eine arge Herausforderung. Von Rollstuhlfahrern ganz zu schweigen!
Ansonsten: Wasserreservoir statt automatischer Spülung (wohl gar noch mit Trinkwasser, wie in Deutschland üblich) ist doch gar nicht so dumm.
Und schließlich: Ich warte auch auf weitere Meldungen zu diesem Thema. Ist ja von großer, wenn auch immer wieder unterschätzter, Wichtigkeit.
Ich weiß nicht, ich weiß nicht. Irgendwie kann ich mich damit nicht anfreunden. Allerdings sind diese Sitztoiletten bei uns, also die öffentlichen, eigentlich für mich auch überflüssig. Muss ich sie unbedingt mal benutzen, setze ich mich auch nicht.
Herzliche Grüße, hab einen schönen Tag!
Eine herrliche, sehr interessante Erzählung.
1988 in der Türkei gab es auch diese komischen Steh-Klos, oder besser Hock-Klos. Sauber wirkte das selten.
Da kann man nur sagen….andere Länder, andere Sitten.
Lg Anett
Sehr interessant und mit den Kommentaren dazu kann mir jetzt bei solcher Reise nicht mehr viel passieren. Gut zu wissen
Danke für den außerordentlich interessanten Wasser-/Abwassertechnik-Bericht
Liebste Grüße!
Habe die ganzen Erklärungen fleißig gelesen und mächtig geschmunzelt dabei. Man weiß ja nie, wo es einen mal hin verschlägt.
Liebe Grüße von Kerstin – war sehr unterhaltsam.
Au weia! Warum gab es vor 15 Jahren noch keine Blogs? Dein Aufklärungs-Artikel hätte mir damals in Thailand viele peinliche Momente erspart …
Liebe Grüße und gutes Eingewöhnen zuhause wünscht dir
Renate
DAS ist ein entry nach meinem Geschmack! VIELEN VIELEN DANK tonari für diese Einblicke. Dazu ein altes Zitat: “A good shit is the world´s most underrated pleasure!” herzlichst aus Wien:-)
Die Klos dieser Welt sind doch immer wieder eine interessante Entdeckung
Aber was heisst den das mittlere Bild auf dem Piktogramm? Mit Fliegenklatschen nicht auf die Schuhe? XXL-Joi.nts nicht hier austreten?
Ich habe auf manchen Dixieklos schlechtere Erfahrungen gemacht als in Asien und umgekehrt. Hygiene ist oft ein Problem, wo viele ein öffentliches Klo benutzen.
Hallo liebe Tonari.
Ich finde die Toiletten interessant!
Die Form von dem Klosett ist ähnlich
japanischem traditionellem Klosett”Washiki Benki”,aber…..
Heutzutage gibt es in Japan “Washiki Benki” weniger als früher.
Auch in unserer Wohnung gibt es die „normale“ Sitztoilette im westlichen Stil.
Ich mag “Washiki benki”besonders in der Ausgehzeit,
weil ich das Klosett mein Gesäß nicht direkt berühren muss.
Liebe Rumiko,
guck mal hier:
http://tonari.wordpress.com/2009/02/05/kanaldeckel-gesteigert/
Ist das obere ein Washiki Benki?
Hallo Tonari,
Das stimmt:)