Eigentlich wollten wir erst am Abend der Wiesn einen neugierigen Besuch abstatten. Doch nachdem wir unfreiwillig auf dem Marienplatz der Bloggerbande verlustig wurden, haben wir uns mehr oder weniger spontan umentschieden.
Entschuldigend Erklärend sei gesagt, dass der beste Biergenießer Wiesnbesucher von allen und ich bisher noch nie auf dem Oktoberfest zu Gast gewesen sind. Wäre vielleicht auch aktiv nie dazu gekommen, hätte sich nicht die super München-Kombination Messe, Bloggertreffen & Wiesn ergeben.
In diesem Jahr gab es zum 200. Geburtstag der Wiesn eine Art historische Wiederauferstehung, die zwar vier Euro Eintritt kostete, wofür man aber einen solchen Erinnerungspin erhielt. Auch ganz nett
Wobei die Therese ja darauf ein bisschen aussieht als ziere sie ein Damenbart.
1810 fand aus Anlass der Eheschließung zwischen der sächsischen Prinzessin Therese und dem bayrischen Kronprinzen Ludwig ein mehrtägiges Besäufnis Fest statt und bietet seitdem damit den gern genommenen Anlass, dies regelmäßig und traditionsbewusst zu wiederholen.
230.000 Liter wurden dem Volk damals kostenlos ausgeschenkt. Zum Vergleich: Im letzten Jahr wurden mehr als 6 Millionen Liter verkauft.
Tja, und offensichtlich wurde auch schon anno dunnemals darauf geachtet, dass nicht zwischen die Attraktionen gepieselt wird. Zumindest entdeckten wir einen Wegweiser, der darauf schließen lässt.
Auf der historischen Wiesn konnte man in diesem Jahr viele Dinge bestaunen, die eng mit der Geschichte des Oktoberfestes verknüpft sind. Alte Zugmaschinen für die Schaustellerwagen zum Beispiel.
Schön auch, dass man so alte Belustigungen wie diese Schiffsschaukel aus dem Jahre 1925 ausprobieren
oder uralte Spiele spielen konnte. Da werden doch Sprichwörter glatt lebendig.
Etliche Jahrmarktsorgeln waren nicht nur zu bestaunen, sondern so gut im Schuss, dass sie auch noch spielten. Was für ein Flair.
Im Tierzelt versammelten sich diverse Haus- und Nutztiere. Vor allem für Stadtmenschen wie uns eine tolle Sache, kann man doch endlich mal einen echten Pferdeschwanz fotografieren
Und für die Kleinen war es eine Gaudi, mal wie (Ur)Oma und (Ur)Opa zu spielen. Diverse Gegenstände mussten sie auf einen Bollerwagen platzieren und damit dann auch noch vollständig über die Ziellinie kommen. Tetris lässt grüßen.
So ein historische Karussel gibt vielleicht nicht so den Adrenalinkick, ist aber ein Augenschmaus.
Im traditionell-bayrischen “Herzkasperl-Zelt” spielte zwar die Blaskapelle Musi, aber die war definitiv nicht die unsrige
Das Oktoberfestgebräu ließen wir uns dann doch lieber im Biergarten an der frischen Luft schmecken.
Aus Anlass des runden Geburtstages hatten sich die sechs Münchner Traditionsbrauereien Augustiner, Hacker-Pschorr, Hofbräu, Löwenbräu, Paulaner und Spatenbräu zusammen getan und nach alten Rezepten ein gemeinsames Jubiläumsbier kreiert. Wie vor 200 Jahren wurde es in Keferloher-Krügen serviert. Das Rezept des bernsteinfarbenen, sehr malzigen Getränkes bleibt geheim und ausgeschenkt wird/wurde es auch nur einmalig auf der historischen Wiesn. Uns hat es geschmeckt.
Kleine Anekdote am Rande: Wir bestellen eine Maß (8,80€) und eine halbe und bekamen prompt eine Maß und
ein halbes Hähnchen (9,80€). Nachdem der Irrtum aufgeklärt, wir uns als Oktoberfestneulinge geoutet und das Hendl zu dem unsrigen erklärt hatten, brachte mir der Kellner dann eine eigene Maß vorbei und erklärt, dass es auf der Wiesn koa halbe Mass net gibt. Wieder was gelernt. Die kleineren Krüge, die ich gesehen hatten, waren anscheinend für Besteck oder für alkoholfreie Getränke bestimmt.
Eine Attraktion muss ich Euch aber vorenthalten: die Pferderennbahn. Als wir dort waren, wurde gerade nicht geritten oder gekutscht, sondern die Bahn für die nächste Vorstellung neu präpariert. Das war eine staubige Angelegenheit und nicht sehr fotogen.













Na, zum Glück hast Du das alles berichtet. So muss ich nicht das Gefühl haben, dass mir was entgangen ist
Doch, ist Dir. Bestimmt sogar. Mir hat es besser gefallen als all der Rest, über den ich noch berichten werde.
ich muss mal suchen, ich habe Bilder wo meine Kinder, damals noch sehr klein, jeder einen Masskrug mit Bier haelt und trinkt. Aber nicht in Muenchen, da bin ich schon wer weiss wieviel Jahre nicht mehr auf dem Oktoberfest gewesen. Aber in Straubing, das Volksfest ist das naechste in der Groesse, aber uebersichtlicher. Da gibt es auch nur 1 Mass entweder Bier oder Radler – letzteres trinke ich.
Auf einem anderen Blog las ich inzwischen, dass es wohl doch halber Liter gegeben at. Nun ja, im Herzkasperl eben nicht. Egal, wir haben es ja gemeinsam geschafft, die beiden Maß zu trinken. Mit dem Ergebnis…., aber davon berichte ich in Teil 2
Liebe Vivi, gerade heute habe ich über das zweitgrösste Volksfest in Straubing in unserer Zeitung gelesen. Das findet, glaub ich, im August statt.
da macht Ihr “Ausländer” mich ja richtig neugierig auf die historische Wies’n!
Am Donnerstag bin ich ja mal draußen, da werde ich schauen.
Schön, dass es Euch gefallen hat.
Und ja, die Theres schaut wirklich aus alo ob sie einen Schnurrbart hat
L.G.
C.
Mach´s unbedingt. Ich finde, es lohnt sich. War so entspannt und ruhig und “entschleunigt”. Wann war ich zum letzten Mal in einem Spiegelkabinett, wann hab ich zuletzt einem Marionettentheater zugeschaut?
Schade, dass es das nicht jedes Jahr gibt. Aber vielleicht nutzt es sich dann auch ab.
Bei der Historischen Wiesn geht’s mir wohl wie bei vielen Ausstellungen, die ich versäume, weil ich immer denke, dass ich noch genügend Zeit hab, sie mir anzuschauen.
In Berlin hast du sicher das gleiche Problem, dass dir bei dem Überangebot die besten Veranstaltungen durch die Lappen gehen …
Liebe Grüße
Renate
Genau. Ich habe beispielsweise die Frida Kahlo-Ausstellung auf diese Art versemmelt
Übrigens war es auf der historischen Wiesn erstaunlich unaufgeregt und im Vergleich zum restlichen Getümmel leer. Für uns ein perfekter Einstieg in die Szene
Ich habe schon so viel Gutes und Schönes und geradezu begeistere Berichte über die Historische Wiesn gehört. Vielleicht schaffe ich es ja doch noch am Freitag, ihr einen kurzen Besuch abzustatten…
Das solltest du tun, liebe Margot. Die nächste Historische gibt es bestimmt erst in 50 Jahren
Wie groß war denn die Nadel im Heuwagen, falls wirklich eine drin gewesen ist?
Keine Ahnung. Ich hab sie garnicht erst gesucht
Für mich wäre da ja so gar nix, aber Dein Bericht ist klasse.
Ich bin auch kein Rummelfan, fand es dort aber dennoch schön. Einfach nostalgisch.
Dafür hielt sich meine Begeisterung für den modernen Teil in Grenzen.
Danke für die ausführliche Beschreibung
und die tollen Fotos.
ich war noch nie auf dem Oktoberfest..
Aber nun kann ich mir die Wiesn auch von einer anderen
als der “sauf” Perspektive vorstellen..Finde ich schön.
Liebe Grüsse
Elke
Tja, nur leider gibt es den historischen Teil nur in diesem Jahr. Da hatten wir echt Glück.
Ein ganz anderes Oktoberfest zeigst du uns da. In der “Ecke” könnte es mir auch gefallen.
LG Ute
Warte mal auf Teil 2
Pingback: Tonari kann´s nicht lassen
Ach du meine Güte, jeder mindestens einen ganzen Liter Bier.
Dabei hast du so tolle Fotos, die vergisst man fast, wenn es um die Moaß geht.
Bei dem Pferdeschwanz musste ich so lachen.
Aber einen schönen Hintern kann halt nix entstellen
Der Wegweiser, so er einer ist, mit der Mama, die ihr Kind abhält, ist ja toll.
Prima Bericht von der Wiesn
Viele Grüsse
Ehrlichkeitshalber sei geschrieben, dass der Liebste mir bei meiner Maß kräftig geholfen hat
Und der Wegweiser war echt. Der Pferdeschwanz auch
Ein “historisches Oktoberfest”? Das klingt aber schön….
Tolle Eindrücke, die du da gesammelt hast, Tonari, DANKE dafür!
Liebe Grüße,
SOLEILrouge
Ja auch ich kam leider nicht in den Genuss, habs zeitlich einfach nicht geschafft nochmal nach München rein!
Aber vielen DAnk für diese Eindrücke!!!
Ich hoffe ja sehr, dass sie nächstes Jahr wieder aufgebaut wird, das ist imMoment Thema in München
LG KErstin