Vielleicht erinnern sich einige von Euch an unseren Besuch im letzten Jahr in der Semperoper bzw. an das Konzert mit Lang Lang?
Gestern hatte das Töchterlein nun die Ehre und das Vergnügen, mit dem nur fünf Jahre älteren Pop-Star unter den Pianisten in der Berliner Philharmonie auf einer Bühne zu stehen sitzen. Zugegebenermaßen nicht ganz alleine, denn außer ihr waren noch 99 andere Klavierschüler dabei, um an 50 Digitalpianos vierhändig zu spielen
Für den Workshop konnte man sich Anfang des Jahres bewerben, bekam mit ganz viel Glück einen der begehrten Plätze und dann die Noten für Anfänger und Fortgeschrittene bzw. die Primo- oder Secundo-Stimme zugewiesen. Anschließend galt es, Franz Schuberts Marche Militaire Nr. 1 fleißig zu üben.
Am Sonntagvormittag trafen die MusikerInnen dann erstmalig zusammen, um gemeinsam zu musizieren und unter Anleitung von Lang Lang noch einmal zu üben, sich zu verbessern und das Spiel zu verfeinern. Es ist schon eine ziemliche Herausforderung, mit einem völlig Unbekannten plötzlich vierhändig zu spielen. Des Töchterleins zugeteilter Mitstreiter entpuppte sich dann auch glatt als Student gleicher Fachrichtung an derselben Uni, nur unterschiedlicher Semester
Ungewöhnlich ist so eine große, öffentliche Klavierorchesterprobe natürlich allemal. Die Karten für diese Matinee gab es kostenlos und so war der große Saal gut besucht. Das können nicht nur begleitende Eltern und Großeltern, Freunde und Verwandte gewesen sein.
Die Klavierspieler zwischen 7 und 70, wobei die älteren Semester eher eine Ausnahme darstellten, haben alle einen unterschiedlichen Ausbildungsstand. Nur Profis und Musikstudenten waren nicht zugelassen.
Na klar, klapperte es beim ersten gemeinsamen Spiel an allen Ecken und Enden. Aber es ging bei diesem Konzert auch nicht um Perfektion.
Gut gefallen hat uns, dass Lang Lang wirklich ohne Allüren arbeitete. Anhand vieler Beispiele zeigte er am Klavier die unterschiedlichen Interpretationen und machte auf Fehler im Tempo oder in der Spielweise aufmerksam, verbesserte einige Takte. Das passierte nicht schulmeisterisch oder mittels erhobenem Zeigefinger vom eigenen Flügel aus, sondern mit witziger Lässigkeit, auch mal durch die Reihen gehend, mit ausladender Körpersprache und ganz viel Mimik, mit erkennbarer Freude am Vermitteln von Erfahrungen. Dennoch war es keine Klamauk-Show, sondern mit ernsthaftem Interesse an Lerneffekten verbunden. Ein guter Botschafter, nicht nur für Unicef, sondern auch für die klassische Musik.
Ein bisschen leid getan haben mir die jüngeren Pianisten, denn Lang Lang sprach Englisch und die dolmetschende Dirigentin war offensichtlich keine Deutsch-Muttersprachlerin, hatte mitunter Wortfindungsschwierigkeiten und übersetzte sehr verknappt und ein bisschen “eigenwillig”. Ich glaube, das sind einige Informationen für die “Kleinen” auf der Strecke geblieben.
Ein Erlebnis der besonderen Art war es aber für alle. Die Anspannung, Aufregung und Begeisterung der TeilnehmerInnen spürte wohl jeder im Saal.
In einem kleinen Block gab es dann auch die Möglichkeit, Fragen an lang Lang zu stellen. Zunächst eher schüchtern, wurde davon auch Gebrauch gemacht.
Nach ca. 90 Minuten Probe wurde der Marsch dann noch einmal zusammen gespielt. Und siehe da, es klang schon deutlich besser als zu Beginn des Workshops.
Im Internet fand ich heute früh folgenden Beitrag: Zeitungsartikel
Schmunzeln musste ich über den Satz “Und die roten Wangen der Mädchen im Teenager-Alter sind nicht zu übersehen.” im obigen Zeitungsartikel, denn rote Wangen hatte mein Töchterlein auch – Sonnenbrand vom Vortag







Wow, das war sicher ein tolles Erlebnis, vor allem für die Klavierspieler/dein Töchterlein! Da ich selbst einige Jahre Klavierunterricht hatte und diverse Versuche im Vierhändigspielen unternommen habe, weiß ich, dass das eine ziemliche Herausforderung war, vor allem weil man ja nicht wusste, wer neben einem saß…
Ein tolles Erlebniss war das ganz sicher für sowohl
Teilnehmer als auch für Eltern etc.
Danke fürs Berichten.
Lieben Gruss,Elke
Lang Lang live zu erleben und dann auch mit ihm zu arbeiten, … wow.
Ein einmaliges Erlebnis – davon werdet ihr sicher ewig schwärmen.
Deiner Tochter wünsche ich weiterhin viel Spaß beim Musizieren und immer schöne flinke Finger!
Liebe Grüße vom Träumerle Kerstin.
Das war bestimmt nicht nur Sonnenbrand. Das klingt nach einer verdammt schônen Aktion. Schade, dass ich davon nichts gewusst habe, wird es das wieder geben?
Ich habe nicht die leiseste Ahnung, ob man so etwas noch einmal wiederholt. Viel Reklame ist da auch nicht gemacht worden, glaube ich. Wenn es stimmt, soll es eine DVD von dem Projekt geben. Mal gucken.
50 Klaviere, 100 Pianisten und der kleine, große, sympathische Lang Lang – da hat deine Tochter ja ein Riesenglück gehabt, dass sie in diese illustre Runde gekommen ist.
Davon kann sie noch lange träumend erzählen.
Wow! Das ist ja wirklich einmalig und absolut beeindruckend! Freue mich mit euch!
Wow! Ganz große Klasse! Diese Begegnung werdet ihr und das liebe Töchterlein mit Sicherheit nie mehr vergessen!
@ all
Heute früh war der erwähnte und verlinkte Zeitungsartikel noch kostenfrei lesbar. Leider hat sich das inzwischen geändert und ich musste ein bisschen improvisieren
Das ist so fantastisch!
Du bist sicher mächtig stolz auf dein Töchterchen.
Das kannst du auch!
Ich freue mich für euch!
Liebe Grüße.
Ich hoffe sehr, dass sich unser weiblicher Prachtableger hier auch einmal zu dem Erlebnis äußert.
Glückwunsch an dein Kind! War ganz sicher ein unvergesseliches Erlebnis! Ich find ja sowas toll!
Liebe Tine,
tusch, tadaaa, tschengterengteng,
das war soeben der 6.666ste Kommentar auf diesem Blog.
Gratulatiönchen
Mein Kind ist inzwischen schon
abgeklärtesagenhafte 23 Jahre alt und kippt nicht mehr so ganz vor Ehrfurcht vom Stuhl wie mancher Teenie.Was, meine Meinung ist gefragt? :p
Ich war die Tage zuvor ja ziemlich aufgeregt, weil das Stück an ein, zwei Stellen recht wackelig war. Ich hab mir immer wieder versucht einzureden, dass es sowieso nicht im Originaltempo gespielt wird^^ Irgendwie konnte sich auch bis zuletzt keiner genau vorstellen, wie der Ablauf sein sollte- ob wir jetzt wirklich mit 1000 Fingern gleichzeitig spielen würden oder ob Lang Lang sich einzelne Leute raussucht und vorspielen lässt.
Als wir dort ankamen, hörte ich um mich rum die Frage, ob man denn die Noten überhaupt mit reinnehmen dürfe und ob man das denn auch auswendig könne xD Dem entnehme ich, dass die anderen nicht weniger angespannt waren.
Um 9:30 nahmen wir alle unsere Plätze an den Klavieren ein. Anfangs sollten wir “nur” einen einzelnen Ton 16 mal alle zusammen spielen- und das stellte schon eine Herausforderung dar! Wenn auch nur einer das Tempo nicht hält, fängt es natürlich an klapprig zu werden. Das selbe Problem hatten wir dann auch bei den ersten Versuchen, das Stück zusammen zu spielen. Zum Ende hin wurde es immer besser
Um 11 Uhr kam dann Lang Lang dazu. Ich fand ihn ziemlich witzig und locker. Er hat unser Spiel mit Sprüchen wie “holt nicht den Elefanten raus” berichtigt. Manchmal hat er auch übertrieben nachgespielt, was wir “falsch” gemacht haben. Das hat natürlich zu einigen Schmunzlern geführt xD Am Ende hat er seinen Blumenstrauß zerrupft und unter seinen “Schülern” verteilt.^^
Eine einzige große Lang Lang Show!
Ich fands außerdem total klasse, in der Philharmonie zu spielen. Vor einem steht ein Flügel und man hört ihn von der Seite. Es wars auch mal interessant zu sehen, wie es hinter der Bühne aussieht
Alles in allem hat sich die Überei also gelohnt- zumal die Liedauswahl gut war! Einen allzugroßen Anspruch durfte man an der Ergebnis natürlich nicht haben, aber es ging auch mehr um den Spaß an der Sache
Ich hätte mir eine bessere Verteilung der Altersklassen gewünscht. So saß ich eben fast ganz hinten und fühlte mich eher nur dabei statt mittendrin. Viele Ansagen waren eben deutlich an die Kleinen gerichtet. Deswegen war die Aufregung bei mir dann nach Beginn des Workshops vielleicht doch nicht so hoch, wie eigentlich erwartet.
Ich danke dir für Deinen ehrlichen Live-Erlebnisbericht. *freu* Der komplettiert meine Fotostory und musste hier einfach dabei sein.
Haste Dich denn entdeckt?
Ja klar hab ich mich entdeckt