Funkflaute

“Hat Marina sich mal wieder gemeldet?” lautet eine gern gestellte Frage. Gelegentlich auch ans Töchterlein und außerhalb des Blogs ;-)

Nun ja. Ich will ja nicht von Funkstille schreiben. Das wäre übertrieben. Flaute trifft es wohl eher. Eine Drei-Zeilen-Mail im September. Eine kurze Gratulation anlässlich meines Geburtstages Ende Oktober. Dann nichts mehr. Bis ich am Dienstag letzter Woche eine Mail schickte, um zu fragen, ob denn unser Geburtstagspäckchen rechtzeitig und der Kartengruß aus Amerika angekommen sind.  Die Antwort kam zwei Tage später. Das Päckchen sei gerade abgegeben worden…

Ich glaube, ich bin ein bisschen enttäuscht. Zumal der Informationsgehalt ihrer Zeilen gegen Null geht. Floskeln. Dankesworte, Grüße und Nettigkeiten. Keine Fragen. Keine Nachricht, was sie so macht. Vielleicht hat sie keine Zeit oder nimmt sie sich nicht. Vielleicht ist es auch zu mühsam, sich in der anderen Sprache auszudrücken? So aber haben wir nicht mehr teil an ihrem Leben…

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17 Antworten zu Funkflaute

  1. ruediger schreibt:

    Oder es ist nun so, dass sich der Mittelpunkt nun wieder nach Hause verlagert hat. Sie hat zudem sicher auch genug mit sich selbst zu tun. Du weißt doch wie Teenager in dem Alter sein können. Alles hat seine Zeit, hoffentlich nimmst Du es nicht persönlich. lg

  2. Babbeldieübermama schreibt:

    Wie heißt es: “Aus den Augen aus den Sinn”. Leider viel zu oft ein wahres Wort.

  3. tonari schreibt:

    @ Ruediger
    Das sagt mir mein Verstand auch, aber das Herz…

    @ BbdüM
    Ich finde, Beziehungen muss man pflegen. Bestenfalls von beiden Seiten.

  4. Goldmarie12 schreibt:

    Ich kann dich gut verstehen! Meine Berliner Gasttochter, die immerhin ZWEI Monate bei uns in der Familie lebte und immer noch in Wien wohnt, wurde seit ihrem Auszug am 15.11 nie wieder gesehen! EIN ANRUF (ob sie irgendwelche Klamotten bei mir vergessen hat)
    (Gast) Mütter brauchen eine Menge Geduld und Selbstlosigkeit………

  5. ruediger schreibt:

    @Tonari
    Wie immer, das Herz. Eine gute Ablenkung wäre es vielleicht, eine neue Gasttochter einzuladen. Nein?

  6. MacGuffin schreibt:

    Aus Erfahrung als Gastvater von 3 Austauschschülerinnen kann ich nur sagen, dass es auch bei uns so gelaufen ist – aus den Augen, aus dem Sinn! Die Interessen verlagern sich schlagartig, kaum sind die Girls wieder in ihrem Heimatland. Ich denke aber, dass dies ein Stück weit auch normal ist, wir dürfen nicht erwarten, aus lauter Dankbarkeit nun regelmässig mit “News” gefüttert zu werden.

    Zum Glück haben die meisten Austauschschüler/innen ein Facebookprofil, dank welchem man weiss, was sie gerade so tun und wo sie sich aufhalten. Und wenn man dort ab und zu einen Kommentar abgibt, erhält man meistens auch eine Antwort. Dies ersetzt zwar keine persönlichen Mails, entspricht aber völlig dem Kommunikationsverhalten der Jugend.

  7. Schaps schreibt:

    Ich weiß zwar nicht genau, um was es genau geht. Aber scheinbar um eine Bekanntschaft? Vielleicht hat sie das Interesse verloren…nervt, aber kommt vor.

  8. freidenkerin schreibt:

    Oh je! Das liest sich gar nicht gut! Vielleicht hat man Marina in der Heimat auch irgendwie “unter Druck gesetzt”, weil sie sich in den ersten Monaten gar so sehr nach euch und nach Deutschland zurück gesehnt hatte?
    Es tut mir so leid, ich hoffe so sehr für euch, daß dies nur eine vorübergehende Funkstille ist und sich ihr Schweigen bald positiv aufklären wird.
    *Drück-und-umärmel* ;-)

  9. Töchterlein schreibt:

    Hm, also ich kriegs ja auch gebacken, mich wenigstens einmal im Quartal mit einem langen Brief oder einer Mail bei meiner Gastfamilie zu melden ;) Also am Kommunikationsverhalten der “Girls” liegts dann wohl nicht :) Und wenn sie keine Lust hätte, auf Deutsch zu schreiben, könnte sie es ebenso auf Japanisch tun.

    Ich glaube einfach, Marina kommt zu selten ans Internet. Sie kannte sich ja mit Rechnern kaum aus, als sie hier herkam. Außerdem wissen wir ja nicht, wie ihr Stresslevel in der Schule aussieht.

    Wir hätten ihr MSN oder ICQ beibringen sollen^^

  10. Tine schreibt:

    Ooch schade, ich wünsch euch trotzdem, daß der Kontakt nie so ganz abreissen möge….

  11. tonari schreibt:

    @ Goldmarie
    Ich kann es nachvollziehen, aber ich wollte auch mal ein bisschen jammern ;-)

    @ Ruediger
    Vermutlich nicht. Die eigenen Kids sind aus dem Haus. Der geliebte Job raubt Zeit (und Kraft). Er/sie wäre zu viel allein.

    @ Schaps
    Es geht um die ehemalige japanische Gasttochter. Austauschschülerin bei uns für 10 Monate.

    @ Freidenkerin
    Leider denke ich da eher an Bequemlichkeit.

    @ Töchterlein
    Stimmt, hatte völlig vergessen, dass sei dir ja japanisch schreiben könnte ;-) Aber wenn nicht übers Internet, Dann täte es auch ein Brieflein. Und wo ein Wille ist, ist auch ein Stündchen Zeit…
    MSN & ICQ wollte sie nicht. Ich hab gefragt.

    @ Tine
    Ich ahne, es wird an uns und unserer Ausdauer liegen…

  12. Britta schreibt:

    Och, das ist aber wirklich schade..!!!
    Ich kann gut verstehen, dass Du enttäuscht bist, schließlich war Marina für viele Monate ja doch ein Mitglied Eurer Familie.

    Mir persönlich fällt´s auch immer ein bisserl schwer, ständig z.B. Entschuldigungen fürs Patenkind zu erfinden, das meine Post und Geschenke zwar gerne annimmt, aber so gut wie nie Zeit für einen Gruß und ein Dankeschön hat. Wobei ich jetzt nicht sagen will, dass ich ewige Dankbarkeit erwarte – es ist nur einfach immer schade, wenn eine Sache so einseitig verläuft, von der man eigentlich dachte / hoffte, sie ist beiden Seiten wichtig.

    Vielleicht ist es aber tatsächlich auch das “Anrecht” der Teenies, so unbeschwert durch´s Leben zu hüpfen – mit den Gedanken immer woanders, bloß nicht bei der “ollen Tante”! ;-) (Das Töchterlein ist da jetzt natürlich mal ausgenommen!!)

    Nicht nur, weil ich weiß, was sich gehört, sondern vor allem, weil ich mich riiiiiiiiiiiiiesig gefreut habe, möchte ich mich aber ganz herzlich bei Dir bedanken für die tolle Überraschungskarte aus San Francisco!!!
    Nach einem langen Arbeitstag habe ich sie heute abend im Briefkasten entdeckt und mich wirklich “wie Bolle” darüber gefreut!!!! Vielen, vielen Dank – lieb, dass Du an mich gedacht hast!!!

    Herzliche Grüße aus Köln
    von der Britta

  13. Noga schreibt:

    Aus dem Blog ist mir deutlich geworden, wieviel reglementierter Jugendliche in Japan leben. Jeder Kontakt zu Euch konfrontiert sie doch auch mit den Lebensmöglichkeiten und Freiheiten, die sie jetzt nicht mehr hat. Das stelle ich mir schmerzhaft vor. Da ist für sie das Ausweichen in die Kontaktlosigkeit vielleicht leichter zu ertragen.

  14. higanbana schreibt:

    @Tonari

    Teenager sind auch beschaeftigt, Lisa meldet sich auch nur alle Naselang mal, aber sie hat mit Abi und den Bewerbungen fuer die Kunsthochschulen auch richtig viel zu tun. Und so schade es auch ist, ihr Lebensmittelpunkt ist nun mal wieder in Deutschland. Das konnte ich schon merken, als sie im Sommer hier war. Sie war unsere Lisa, aber trotzdem war es nicht so wie vorher. Ihr und unser Leben hat sich geaendert. Daher freue ich mich einfach auf ihren naechsten Besuch, um auch einfach nur zu sehen, welchen Weg sie beschreiten wird und wie sie sich weiterhin veraendert und eine junge Frau wird.

    Und was das Vorbeischauen bei GF betrifft, meine alte hier im Ort ist auch nicht sooo ewig weit weg, trotzdem ist es schon wieder ein Jahr her, dass ich da mal zu Besuch war. Jedes Mal, wenn ich dort in der Gegend bin, dann sitze ich entweder im Zug oder muss nach Hause, um Toechterle rechtzeitig vom Kindergarten abzuholen. Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach… unter dem Motto kann man das Ganze nur zusammenfassen.

    Vergesst auch nicht, dass Marinas Schule auch zu den Hochniveauschulen gehoerte, und vor 16 Uhr haben die nie Schluss. Wenn sie dann noch zum Klub und/oder zu Paukschulen gehen sollte, dann ist sie abends spaet erst zuhause. Und ich weiss nicht mehr, ob sie nicht auch sonnabends Schule hatte, aber selbst bessere Schulen ohne Unterricht fuehren da Nachhilfe durch. Von den Hausaufgaben waehrend der Schulzeit UND BESONDERS in der Ferienzeit mal ganz zu schweigen. Japanische Kinder werden einfach mehr eingespannt, wenn sie auf “GUTE SCHULEN” gehen.

  15. tonari schreibt:

    @ Renee
    thx

    @ Britta
    Du schreibst mir aus der Seele. Ich bin auch gut im Erfinden von Entschuldigungen für andere. Tja, aber nun musste meine klitzekleine Enttäuschung eben mal raus.
    Der Kartengruß an Dich kam von Herzen. Namensschwestern bedenkt man besonders gerne. :-)

    @ Noga
    Ich freue mich, dass Du offensichtlich ab und an noch hier mitliest.
    Ich glaube, Japaner fügen sich schneller in Dinge, die sie nicht ändern können.

    @ Higanbana
    Beziehungen muss man pflegen, überall auf der Welt. Sonst verlaufen sie sich im Sande.
    ich kenne Marinas Situation, ich kenne ihre und die japanischen Rahmenbedingungen, aber ich bin trotzdem traurig, wenn sich ein Kontakt so schnell auf Bedanken reduziert.

  16. higanbana schreibt:

    @Tonari

    Sagen wir mal so, es gibt Schlimmeres, naemlich sich gar nicht bedanken. *aus eigener trauriger Erfahrung sprech*

    Kann Ihr Toechterle nicht einfach mal ne kurze Mail aufs Handy schicken? Vielleicht hat Marina gar nicht so weit gedacht, dass man damit auch Mails ins Ausland schicken kann. Ne kurze Mail vom Handy tippen, dafuer duerften selbst die geschaeftigsten japanischen Oberschueler die Zeit finden.

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