Marina ist seit Freitag mit ihrer Schulklasse zur Wochenendfahrt in Prieros, einem 1000-Seelen-Örtchen an der Dahme südlich von Berlin. Eine richtige Klassenfahrt ist es nun leider doch nicht geworden. Ich hatte berichtet.
In der kommenden Woche wird nun ein Abschied den anderen jagen. Am Montag und Dienstag finden die Sommer-Chorkonzerte statt, am Mittwoch grillt sie mit Freundinnen, am Donnerstag werden wir bei meiner Freundin Cata im Garten eine kleines Okonomiyaki-Essen haben und am Freitagnachmittag bringen wir unsere Gasttochter zum Flughafen. Dort wird sich dann auch ihre Japanisch-Klasse von ihr verabschieden. Und ich ahne, es wird so manche Träne fließen. Nicht nur bei ihr.
Es ist ein komisches Gefühl, im Zimmer ein großes Paket stehen zu sehen, das so nach und nach gefüllt und bald zur Post getragen wird. Zwanzig Kilogramm darf es haben, will man die 85 € Porto maximal ausnutzen. Vieles hat sich angesammelt in den vergangenen Monaten. Größere und kleiner Geschenke, selbstgekaufte Klamotten und Erinnerungsstücke. Noch einmal 20 kg darf der Koffer wiegen, der mit ihr fliegt.
Ein bisschen Wehmut befällt mich schon. Ich finde, es war eine schöne und interessante gemeinsame Zeit. Wir hatten viel Spaß miteinander, Interesse an der jeweils anderen Kultur sowieso. Manchmal gab es Missverständnisse, manchmal Unsicherheiten, manchmal auch Irritationen, aber immer viel guten Willen auf beiden Seiten. Manchmal war es anstrengend, manchmal einfach nur in doppelter Hinsicht köstlich und zum Lachen komisch. Marina hat sich sehr gut in unsere Familie integriert, wir haben sie ins Herz geschlossen und sind so zu einem dritten Kind gekommen
Wohl wissend, dass ein Austauschjahr keine Pauschalreise mit Familienanschluss ist, haben wir dennoch versucht, ihr so viel wie möglich von Deutschland zu zeigen und neue Erfahrungen zu vermitteln. In jedem Fall ist sie während der Zeit bei uns deutlich selbständiger und selbstsicherer geworden. Und – ganz wichtig – sie hat gelernt, auch einmal nein zu sagen. Nicht selbstverständlich, gerade für einen japanischen Jugendlichen.
und sie muss sich sicher einige Dinge in ihrer Heimat ganz schnell wieder abgewöhnen, nicht nur das NEIN-Sagen…
Liebe Grüße
cata
ja, das Taschentuchbenutzen zum Nase putzen, das Nicht-Schlürfen, das tägliche Klavierspielen, das Nicht-in-der-Schule-schlafen
ich find toll, dass marina so spontan einfach mitkommt, wenn man sie irgendwo mit hinnehmen will. obs nun die schwimmhalle, der chorauftritt, eine theateraufführung oder das joggen entlang der wuhle ist. das werde ich vermissen
und wer kocht auf meiner nächsten geburtstagsparty? :p
Das glaube ich gerne, daß euch beim Gedanken an Marina’s Abschied zunehmend die Wehmut packt. Dank dem Umstand, daß ich durch die 30-T/30-B/1-O-Aktion deinen Blog kennen lernen durfte, liebe Tonari, konnte ich recht gut verfolgen, wie sich eure Gasttochter im vergangenen halben Jahr gewandelt hat. Schade, daß eure gemeinsame Zeit nun ein Ende findet.
Ich freue mich mittlerweile über meinen Platz 46.856 in der Rangliste. Wenn man bedenkt, daß es wohl etliche hunderttausende Autoren gibt, liege ich gar nicht mal so schlecht. *Grins*
Wünsche euch allesamt eine gute und schöne Woche. Liebe Grüße!
Das glaube ich dir gern, das sie euch ans Herz gewachsen ist! Ihr konnteet sicher viel von einander lernen! Ich wünsche euch noch ein schöne letzte Woche ….
Ihr habt ihr viel gezeigt, ein bisschen was beigebracht (wie das „nein“) und eine schöne Zeit verlebt.
Ich drücke euch die Daumen, dass sie sich auch an euch erinnert und ihr vielleicht regelmäßig auch mal Post oder Mail bekommt.
Ojeh, ich denke, dass es schwer wird – aber vielleicht seht ihr euch wieder? Bestimmt, denn diese Zeit, die ihr zusammen verbracht habt, schreit danach immer wieder erneuert zu werden!
Bis dahin wünsche ich euch eine wundervoll harmonische Woche
Petra
Wie war das : Ein Abschied ist ein guter Grund sich wieder zu sehen?
Ein Jahr ist eine lange zeit, auch wenn sie zurückblickend total kurz ist. Ich wünsche Euch wunderschöne ‘letzte Tage’.
Wir haben den Haustürschlüssel der Gastfamilie und diese unseren. Genutzt wurden die Schlüssel schon mehrmals, und immer gabs ein Freudenfest!