Ich mag die Bücher des japanischen Autoren Haruki Murakami, der übrigens im vergangenen Monat 60 Jahre alt geworden ist. Entdeckt habe ich ihn für mich, während mein Töchterlein 2004/05 ihr Schüleraustauschjahr in Tokyo verbrachte. In dieser Zeit verschlang ich alles über Land und Leute, was ich unter die Finger Augen bekam: Reiseführer und -berichte, aber auch japanische Literatur von Murakami und Banana Yoshimoto. Das half damals gut über mütterliche Sehnsuchtsanfälle hinweg.
In den letzten Wochen habe ich, wie schon mal berichtet, „Sputnik Sweetheart“ gelesen, um Marina vielleicht bei ihrer Facharbeit für den Deutschunterricht unter die Arme greifen zu können. Bisher hat sie jedoch noch nicht um Hilfe gebeten. Sind ja auch noch drei Tage Zeit bis zur Abgabe
Es ergab sich also, dass ich auch über den Schriftsteller ergänzend Interessantes gefunden habe. Beispielsweise ein etwas älteres Interview im Focus. Darin wird berichtet, dass Murakami von einigen seiner japanischen Kritiker und neidischen Schriftstellerkollegen als bata kusai (nach Butter stinkend), also quasi verwestlicht, bezeichnet wird. Murakami hat viele Jahre in Europa und Amerika gelebt, was ihn und seinen Schreibstil sicherlich geprägt hat.
Japaner haben vergleichsweise wenig Körpergerüche, Europäer und Amerikaner verfügen über deutlich mehr davon und bekommen von Japanern daher oft den unschmeichelhaften Beinamen bata kusai, da wir aufgrund unserer Nahrungsgewohnheiten nach Fettsäuren riechen (sollen).
Ist das der Grund, warum Marina auf Butter oder Margarine unter Nutella, Marmelade, Honig oder Wurst auf Brot und Brötchen verzichtet? Oder ist es einfach nur eine Frage von Kalorieneinsparung?
Bei Nutella gehört keine BU/MA aufs Brot
Das verfälscht den guten Geschmack.
Bei Wurst/Käse mache ich auch nix aufs Brot. Nur bei Marmelade und/oder Honig. Das schmeckt mit BU/MA einfach besser
Bei Streichwurst (Leber- oder Teewurst) nehme ich auch keine Bu/Ma. Bei Scheiben jeglicher Art schon, weil man das als „Bindemittel“ braucht, insbesondere bei „Mitnehmstullen“.
Marmelade oder Honig ohne Bu/Ma geht gar nicht (für mich). Und Nutellabrötchen ohne einen Hauch Bu/Ma darunter schmeckt mir nur halb so gut.
So unterschiedlich ist das eben
PS: Bu/Ma ist ´ne komische Abkürzung, oder? Erinnert mich gleich an eine Essstörung…
Ich hatte mal Goettergatten dazu befragt. Sein vielsagender Kommentar: Keine Ahnung! Da es den Brauch, unter die Wurstscheibe Ma/Bu (<= klingt wie Mabudofu (-_-;))zu streichen, auch so in den USA auch nicht zu geben scheint, nehme ich einfach an, dass es nur daran liegt, dass man es nicht gewoehnt ist. Hier gibt’s halt nun mal den Brauch, Stullen mitzunehmen und dann Stunden spaeter zu essen, traditionell nicht.
Und ich habe auch mal dazu gelesen, dass der Brauch in Europa auch relativ neu ist, so 150 Jahre, weil man somit die Leute ueberreden wollte, das Plus an Butter doch zu kaufen und verbrauchen. (Ja, aber jetzt noch mal die Quellen finden. *grrh*) Und wenn man nur verhindern will, dass die Feuchtigkeit der Wurst nicht im Brot verschwindet, dann tut’s ehrlich gesagt wirklich Mayonaise oder Senf oder aehnliches auch. So komisch es auch klingen mag. Na und das Brot ist hier so wieso anders, da ist es noch weniger von Noeten.
Liebe Gruesse
Higanbana
hihi, das ist witzig – ich hab auch über Japan und Japanisches gelesen um mein Töchterlein geistig nach Japan begleiten zu können. Die neigung zu japanischer Literatur ist mir geblieben, die Denkweise und Lebensart noch immer fremd geblieben.
Töchterlein steht kurz vor ihrem Bakk. Abschluss in Japanisch – sie trägt ihre Liebe zu m Land im Herzen. (und in facebook:-)
erzeit lese ich „Herr Nakano und die Frauen“ von Hiromi Kawakami, deren erstes Buch „Der Himmel so blau, die ERde so weiß“ ein UNBEDINGTES MUSS ist!
Grüße aus Wien
BuMa geht einfach schneller zu tippen als Butter/Margarine
@Wortman
, klingt irgendwie trotzdem wie „Bulimie und Magersucht“
@Goldmarie
. Dem Töchterlein gratulier ich lieber noch nicht, gibt vielleicht Unglück. Ich musste gerade googeln: Bakk. = Bakkalaureat = Bachelor. Viele Parallelen zwischen uns, auch wenn mein Töchterlein Maschinenbau studiert…
Danke für deinen Literaturtipp. Wenn du MUSS schreibst, dann werd ich gleich mal bei a.mazon vorbeischauen
@Higanbana
und Honig/Marmelade schmecken einfach besser. Sonst übernimmt sie alle Esssgewohnheiten, aber da ziert (sträubt) sie sich.
Meinte Y. mit „keine Ahnung“ die Bezeichnung bata kusai oder die Geschichte mit der Butter aufs Brot? Ich denke, Brötchen mit Bu/Ma
stimmt
wie wäre es dann mit buttimag?
Nutella und Marmelade ohne Butter (nix Margarine!) aufm Brot ist nur der halbe Genuss. Auch unter Scheibenkäse und -wurst gehört die Butter – notfalls tuts auch Majonnaise. – Das mit den wenigen Körpergerüchen der Japaner mag ich jetzt nicht so recht glauben, ich habe bereits in etlichen Lokalitäten der Münchner Innenstadt gearbeitet, und wenn da japanische Reisegruppen zu Gast waren, haben die schon des öfteren recht ausgiebig gerochen.
@Freidenkerin
Naja, vielleicht hatten die Reisegruppenmitglieder schon 5 Tage Europa in den Poren und jede Menge Butter gegessen
@Tonari
Er kommentierte den nichtvorhandenen Brauch von immer Butter unter die Marmelade.
Wo wir bei dem Thema sind, wahrscheinlich brauchen Japaner das auch nicht. Bei manchen Kreationen merke ich einfach nur, dass sein japanisches Gehirn schlicht und einfach anders tickt (ohne das das jetzt boese oder abfaellig gemeint ist). Heute morgen gab es Mentaiko – scharfe Fischeier -aufs Brot geschmiert. Und Reste vom Abendbrot werfen gerne mal erwaermt und zwischen die gefalteten Brothaelften gelegt. Spiegelei – gerne mal mit Wurstscheibe unten drunter – ist so wieso ein Dauerbrenner. Oder das Brot „gefaltet“, gekochte oder gebratene Wuerstchen und geschnittener roher Weisskohl oder Salat darein und dann reichlich Mayonaise und/oder Ketchup drueber. Und Natto in Brot schmeckt auch.
In diesem Sinne liebe Gruesse
Higanbana