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Schuppentuer

Kalles Türenprojekt ist ja eigentlich seit geraumer Zeit abgelaufen, aber manchmal packt mich doch immer noch die Lust, außergewöhnliche Pforten hier und anderswo zu zeigen.

Zu dieser Schuppentür haben wir familiären Bezug.

Und den “Schupfen-Blog” (STÄLLE, SCHUPPEN, SCHEUNEN UND VERANDEN IN ANGELN, SCHWANSEN UND DEM REST DER WELT) freut es bestimmt auch.

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vom Ackern

Im Häuschen der “Schwiegeroma” entdeckte ich neulich eine Broschüre mit dem interessanten Titel “Die Schatzgräber oder Die richtigen Wolfer”. Was wie ein Abenteuerroman klingt, liest sich im Untertitel auf der Innenseite dann viel geerdeter ;-) “Ein Buch für Feld und Garten über neuzeitliche Bodenpflege und Unkrautbekämpfung”.

Die Zeichnungen stammen von Rudolf vom Endt. Das 88 Seiten umfassende Heftchen ist 1936 als Wolfdruck 502 im Selbstverlag erschienen. Das Copyright liegt bei  der Versuchs- und Lehrabteilung  für Feld und Garten in der Wolf-Geräte-Fabrik.

Beim näheren Betrachten entpuppt sich das Gedruckte als Werbeband der Fa. August Wolf Eisenwarenfabrik GmbH Betzdorf (Sieg), heute bekannt als Wolf Garten.

Aber ich musste so an den Herrn Ackerbau denken. Bestimmt hatte er einen Schluckauf.

ackerbau

Zeichnung: Rudolf vom Endt (1882-1966)

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Casa Batlló

Wir hatten uns in Sachen Gaudi noch nicht richtig satt gesehen und laufen daher die wenigen Meter von La Pedrera auf dem Boulevard Passeig de Gràcia bis zum Casa Batlló. Auch hier müssen wir wieder ziemlich lange anstehen, um in das Gebäude zu gelangen. Acht Minuten steht am Warteanzeiger vor der Kasse, eine halbe Stunde wird es letztlich dauern.  Spanische Uhren ticken scheinbar anders.  ;-)

Innen dann: Einfach nur Wow!  Man merkt es an den vielen folgenden Fotos. Doppel-Wow! Ich kann mir sofort vorstellen, hier zu wohnen. Wobei die heutigen,  symmetrischen Einrichtungsgegenstände oder Möbel vermutlich total deplatziert wirken würden. Insofern ist es klug, die Räume leer zu lassen. Die architektonischen Details wirken so natürlich mehr auf uns Besucher.

Das Haus wurde ursprünglich 1875-1877 errichtet, aber von 1904 bis 1906 im Stil des Modernisme Català für den Industriellen Josep Batlló i Casanovas von Gaudi völlig umgebaut. Auch dieses Gebäude gehört inzwischen zum Weltkulturerbe und befindet sich in Privatbesitz. Da erklärt vielleicht auch den stolzen Eintrittspreis von 18,50 € pro Person. Zum Ticket gehört ein Audio-Guide, in dessen Erklärung auf vieles aufmerksam gemacht wird, was man sonst im Detailreichtum vielleicht übersieht. Ihn also bitte unbedingt mitnehmen und nutzen.

Der Innenhof ist eher eine Art Terrasse, geschmückt mit Keramiken des Herrn Ribó und lässt einen Blick auf die Rückseite des Gebäudes zu. Auch hier ist wenig bis nichts gerade.

Das Dach gefällt mir ausgesprochen gut. Es wirkt besonders durch die farbige Mosaikgestaltung der Kamine. Ich lese, dass das durch die kleinen Steine erzeugte schuppige Aussehen an den Drachen erinnern soll, gegen den der heilige Georg einst kämpfte. Überhaupt soll das komplette Gebäude die Sankt Georgs Legende verkörpern. Nun ja, ich bin da nicht so bewandert ;-)

Bei blauem Himmel über die Dächer der Stadt gucken zu können, empfinde ich als wunderbare Zugabe.

“Ein Meisterwerk!” sagt der Reiseführer. “Ein bisschen Märchenland in Barcelona!” sage ich.  Phantasieanregend. Inspirierend.  Und in jedem Fall einen Besuch wert.

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sportfreie Zone

no-sports

edit: Wegen der unerwarteten Nachfrage zoome ich an das Schild noch ein Stückchen näher ran. Allerdings geht damit dann der Charme des oberen Bildes flöten ;-)

DSC05246

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Casa Milà

“La Pedrera” – “Der Steinbruch” so lautet der Spitzname, den man dem Haus einst verpasste. Die Fassade, die ziemlich unregelmäßig ist und damals keinem herkömmlichen Baustil entsprach, lud wohl ein, über sie zu lästern. Leider habe ich kein Foto, da das Äußere bei unserem Besuch vollständig unter Bauplanen verschwunden war.  Aber unterm Dach fand ich dieses Modell:

La_Pedrera_1

Antonio Gaudi hat das Gebäude 1906 bis 1910 für die Familie Milà entworfen. Gerade  kann jeder. Er wollte nicht. Genau das ist es, was mir so außerordentlich gut gefällt. Und vorausschauend ökologisch ist es auch konzipiert worden, denn aufgrund des klugen Belüftungssystems  benötigt es keine Klimaanlage.

Nach Entrichtung eines Obolus von 16,50 € pro erwachsener Besuchernase gelangt man in den Innenhof und dann per Fahrstuhl auf die sensationelle Dachterrasse.

Auf dem Dachboden darunter befindet sich eine kleine Ausstellung zur Architektur Gaudis sowie zum Design. Er hat beispielsweise Hängemodelle verwendet, um die Tragwerke seiner Gebäude zu planen. Das Bild mit den Kettenlinien (Katenoide) ist entstanden, indem ich in den Spiegel unter den “Hängeketten” fotografiert habe.

In der sechsten Etage kann man eine eingerichtete Wohnung aus den Zwanzigern bewundern. Aufgrund der Bauplanen war es trotz der eingeschalteten Lichter natürlich ein wenig dunkel. Aber den Eindruck, dass es hier recht herrschaftlich zuging, habe ich dennoch mitgenommen. 

Heute befindet sich das Haus übrigens im Besitz der Caixa de Catalunya, einer katalanischen Bank.

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tomatig (3)

Meine Tomatenbildergeschichte erlebt heute ihren dritten Teil und das vor allem, damit Herr Ackerbau erfährt, wie es seinen Pflanzenkindern geht, die bei uns Kost und Logis gefunden haben.

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Die roten Johannisbeeren (Johannisbeertomaten) werden was. Zumindest lässt erste Röte darauf schließen. Obwohl bekennende Tomatenkostverächterin habe ich mich entschlossen, demnächst im uneigennützigen Selbstversuch die kleinen Früchte zu probieren.

“German Gold” fühlt sich allerdings nicht so richtig wohl bei uns. Das mit der Selbstbefruchtung ist scheinbar nur eine Mär.  Wir hätten vermutlich selbst Bienchen spielen müssen. Insekten oder Wind haben versagt. Bisher hängen leider nur zwei klägliche Früchte an der Pflanze.

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STORY-PICS 2014 (33)

Fällt Wasser stufenartig nach unten, dann bezeichnet man dies als Kaskade.  Wasserspiele und Stadtbrunnen nutzen sie gerne als dekoratives Element.

Manchmal schafft die Natur auch beeindruckende Wassertreppen: auf Jamaika zum Beispiel.

Wassertreppe

Bisher erschienene Worte:

Wasserhahn, Trinkwasser, Hydrant, Rohr(e), Brunnen, Wasserturm, Wasserzähler, Wasserflasche, Schacht, Baustelle, fließen, Wasserfilter, Eimerkette, pumpen,
Wasser marsch!, waschen, sprudeln, Tropfen, nass, Wasserwerk, TrinkbrunnenRegen, feucht, gießentrinken, Talsperre, Kanalisation, SchachtdeckelStraßenablauf, Wasserbär, Druckerhöhungsstation, Schieber, Kaskade 

Was soll das? 

Bei Sandra startete im Januar ein tolles Blogexperiment. Wie es funktioniert und was dabei die Aufgabe der TeilnehmerInnen ist, erklärt sie auf ihrer Seite selbst am besten. Seither versuche ich jeweils sonntags mindestens ein Foto zu zeigen, das mein gewähltes Wort symbolisiert. Dafür gibt es nicht nur eine 5-Cent-Spende an die Adra-Stiftung, sondern am Ende des Jahres eine ganz persönliche Geschichte, die aus meinen bildgewordenene Wörtern geschrieben wird. Eine klasse Idee, die mitzumachen mich reizt(e). Die Teilnehmerliste ist -> hier <- zu finden.

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gut gerüstet, ist halb gebaut

Egal, ob hier abgestuetzt

oder anderswo
Barcelona_Baugeruest

Kermit entpuppt sich als Maskottchen der Gerüstbauer. Oder ist das schon Streetart?

Barcelona_Baufrosch

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durch diese

hohle_Gasse

muss er kommen. ;-)

Allerdings nicht in Küssnacht, sondern in Dresden. Genauer gesagt in Rähnitz. Wie Herr Tell das wohl finden würde?

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Evidence

Im Martin-Gropius-Bau fand bis Mitte Juli eine spektakuläre Ausstellung statt, die ich quasi in vorletzter Minute noch besuchen konnte. Ai Wei Wei, der chinesische Künstler präsentierte in Berlin seine bisher weltweit größte Einzelausstellung. Etliche Werke sind eigens für diese Schau entstanden oder wurden im deutschen Raum noch nie gezeigt.

Solch eine Ausstellung zu besuchen heißt, sich mit den Werken und versteckten Andeutungen auseinanderzusetzen.  Ich war sehr froh, dass ich im Vorfeld gut “gebrieft” wurde.

Irgendwie fühlte ich mich an Wolf Biermann und seine Texte zu DDR-Zeiten erinnert. Andeuten, auf Erkennen hoffen, augenzwinkernd den Finger in die Systemwunde legen.  Von Zwischen-den-Zeilen-Lesern erkannt werden.

Very Yao. In der Eingangshalle erinnern 150 unter dem Lichtfenster positionierte Fahrräder an einen jungen Mann, der zum Tode verurteilt und dabei äußerst unfair behandelt wurde. 

aiweiwei_1Stools. 6000. Ich habe nicht nachgezählt. Mir imponiert, dass der Künstler nichts gegen die Verbreitung seiner Werke per Mail, Twitter, Instagram oder in Blogs hat.  
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aiweiwei_3Monumental Junkyard.
aiweiwei_4Tierkreis.
aiweiwei_5Vasen der Han Dynastie (220 v. Chr. bis 220 n Chr.)  Autolack zu “verzieren”, war für mich aber ganz starker Tobak und nur schwer zu verschmerzen. aiweiwei_6Container.
aiweiwei_7Armierungseisen aus Marmor.
aiweiwei_8Forge.
aiweiwei_9aiweiwei_20Forge.
aiweiwei_10He Xie.
aiweiwei_11Schuldscheine.
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Souvenir from Shanghai.

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Untiteled.

aiweiwei_1481. Ein Nachbau der Zelle, in dem Ai Weiwei 81 Tage festgesetzt wurde. Gruselig, denn sie war vollkommen schallgedämmt. 

aiweiwei_15Mask.

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Handschellen. Aus Jade.

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One Man Shoe.

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Table and Chest with stripped Chairs.

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Zur Eröffnung und während der Ausstellung konnte der Künstler nicht persönlich erscheinen. Man hatte ihm die Ausreise verwehrt. Einen Pass besitzt er ohnehin nicht. Und ich ahne, dass er auch dann nicht gekommen wäre, wenn die Erlaubnis erteilt worden wäre. Zu groß die Gefahr, nicht wieder einreisen zu dürfen. Entsprechend schlechte Vorbilder gibt es leider genug…

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