PICTURE MY DAY

pmdd16Die Chaosmacherin organisiert Chaos das heutige “Picture my day”. Es gilt, einen Tag lang Bilder zu machen, die den Tagesablauf zeigen. Ich bin guten Willens, mich zum ersten Mal zu beteiligen, weiß aber noch nicht, ob ich am Abend – wie vom Hotel in der Buchung und auf der Website versprochen –  tatsächlich ins Internet komme, um die Fotos hochzuladen.

Der Tag beginnt um kurz nach Mitternacht. Ich hocke schlaflos am Schlepptop.  Seit zwei Wochen beteilige ich mich am Projekt “Wordless Wednesday.” Mein Foto aus New Orleans erscheint entsprechend vorgebloggt.

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Der beste Mitaufsteher von allen hat jobbedingt heute einen sehr frühen Termin und springt zeitig aus den Federn. Ich hingegen verschlafe mit Bravour und werde erst wach als es draußen schon ziemlich hell ist. Mist. Vermutlich war der späte, aber ungewöhnlich tiefe Schlaf eine Folge der Tabletten, die ich gestern gegen den blöden Hexenschuss genommen habe. Der Liebste hat mir zwar einen Wecker gestellt, sich aber auf der Anzeige verguckt. Es klingelt erst um Acht. Draußen meldet sich der Herbst und hat Nebel im Programm.

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Ansonsten ist noch etwas ungewöhnlich an diesem Morgen. Unser temporärer Mitbewohner hat Geburtstag. Wir legen ihm eine Kleinigkeit auf den Frühstückstisch. Als Neuberliner braucht er unbedingt einen Stadtführer und Nervennahrung. Ich fand, “99x Berlin wie Sie es noch nicht kennen” passt perfekt.  Schoki geht sowieso immer, oder?

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Der heutige Arbeitstag wird geplant kurz. Morgen habe ich frei. Dann folgt ein kalenderoptimiertes feiertagsverlängertes Wochenende. Das will genutzt werden.

Bis ich es in die U-Bahn schaffe, vergeht leider doch noch einige Zeit. Ich sage im Sekretariat Bescheid, dass es später wird und kann so noch ein bisschen “bummeln”.

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An meinem Ziel-U-Bahnhof ist jemand so nett und schleppt mir den Koffer die Treppen hoch. Danke. Ich sehe mit Fotorucksack, Schlepptoptasche und dem Koffer für zwei wie ein Packesel aus. Prompt fragen die Kollegen, die ich in der Firma treffe, ob ich einziehen möchte.

IMG_3013.JPGIm Büro geht es heute hektisch zu. Scheffe hat extrem schlechte Laune. Parole daher: Aus dem Weg gehen.

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Inzwischen sitze ich in Tegel auf dem Flughafen. Der protzt schon mal ein wenig vorwitzig mit BER ;-) Mein Handy liegt indes einsam auf dem Schreibtisch im Büro. So klappt das natürlich nicht mit dem Update der Instagram-Tagesbilder. Ich mache also besser ab jetzt die Aufnahmen mit der Knipse und hoffe, abends im Hotel die Fotos einstellen zu können.

Das Flugzeug hat bisher eine Stunde Verspätung. Irgendwie herrscht hier eh Chaos. Viele gestrichene Flüge und etliche Verspätungen werden angezeigt. Auf den Abflugtafeln stehen noch die Flüge von heute vormittag bis 15 Uhr. Komisch. Es ist inzwischen doch schon deutlich später. Spannend. Mal sehen, wann wir heute die Donau sehen.

Während wir auf das Boarding warten, spielen die Anzeigetafeln ein bisschen verrückt und mir ein seltenes Fotomotiv auf den Chip.

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Während wir noch immer auf den Start warten, entdecke ich im Dämmerlicht einen lustigen Flieger namens Fan Force One.

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Letztlich geht es mit zwei Stunden Verspätung los. Der Käptn entschuldigt sich für den morgendlichen Nebel, der für eine gewisse Unordnung sorgte und für einen Bombenfund in Spandau, der TXL für anderthalb Stunden lahm legte. Höhere Gewalt also.

Ich bin überrascht, dass schräg vor uns eine junge Frau mit Hund sitzt. Bisher habe ich noch nie die Tiere an Bord gesehen. Ich dachte, Frachtraumtransport wäre vorgeschrieben. Der Hundebesitzerinnachbar flieht spontan auf einen anderen Platz. Bello ist jedoch unauffällig und kläfft nicht.

Dieser Ausblick entschädigt mich ein bisschen für die Warterei.

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710 Flugkilometer liegen zwischen beiden Städten. Die sind in knapp 90 Minuten machbar.

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Wir setzen ziemlich unsanft in Budapest auf, holen unseren Koffer

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und sind Taxi-sei-Dank blitzschnell im Hotel.

Der Ausblick aus unserem Zimmerfenster ist atemberaubend schön.

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Wir essen im Restaurant noch einen wirklich tollen Happen. Der warme Ziegenkäse auf Salat ist extrem lecker und schneller gegessen, als ich ihn knipsen kann ;-) Dem Personal gebe ich noch den freundlichen Tipp, dass Goat in Deutsch nicht Schaf ist.

Dann ziehen wir uns auf unser Zimmer zurück. Ich stelle schnell die Bilder des Tages ein und klappere ein paar Zeilen in diesen Beitrag.  Und gleich ist Mitternacht.

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wordless wednesday #3

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image-in-ing.blogspot.de

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Rost-Parade (6)

Rostparade_Logo

Rost hat Charme. Und ich finde, (d)er muss sich nicht verstecken.

Daher werfe ich immer mal ein Kameraauge auf Korrosionsprodukte, eiserne oder stählerne Dinge zeigend, an denen der Zahn der Zeit nagt. Wer mag, darf sich gerne anschließen und das kleine Logo zur Rost-Parade mitnehmen. Es würde mich freuen. Durchforscht Eure Festplatten und lasst die rostigen Motive an die frische Luft, auf dass sie weiter korrodieren mögen.

Für die zwanglose Reihe habe ich mir den letzten Tag des Monats ausgesucht. Nächstes Ultimo ist dann am 31. Oktober 2014. Bitte verlinkt Eure Beiträge als Kommentar, damit ich sie in den internetten Weiten wieder finde und sich auch andere Rostgucker daran erfreuen können.

Friedhöfe sind wahre Fundstätten in Sachen rostiger Motive. Da lohnt es sich, mal auf die Pirsch zu gehen.

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Alb. Rochow, Landsberger Allee 14 war offensichtlich Berliner Hersteller von kunstgeschmiedeten Zäunen.  Immerhin ist sein “Typenschild” noch nicht völlig verwittert.

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Über diesen Herrn Rochow konnte ich leider nichts weiter herausfinden, aber seinem Familiennamensvetter Gustav von Rochow (preußischer Innenminister und Staatsminister) folgendes Zitat angeheftet*:

Es ist dem Untertanen untersagt, den Maßstab seiner beschränkten Einsicht an die Handlungen der Obrigkeit anzulegen.

* andere Quellen verweisen fälschlicherweise oft auf den Kurfürsten Friedrich Wilhelm von Brandenburg.

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vor 28 Jahren

Am 29. September 1986 sah ich in der Semperoper in Dresden den “Freischütz” von Carl Maria Weber. Beim Aufräumen fand ich vor einiger Zeit den Eintrittsschnipsel. Karte mag man das Stückchen Papier kaum nennen.

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Karten zu bekommen, war zu damaliger Zeit sehr, sehr schwierig. Ohne Vitamin B (wie Beziehungen) kaum zu machen. Ich weiß nicht mehr, aus welchem Anlass wir Ende September in Dresden waren. Jedenfalls haben wir einfach abends vor der Oper versucht, noch irgendwie Tickets für die Vorstellung zu ergattern. Die Chance, dass jemand nicht kommen kann, wollten wir nicht ungenutzt verstreichen lassen. Es ist geglückt. Irgendein “Brigademitglied” war verhindert oder krank und so bekam ich sein oder ihr Gruppenticket. Zwar ganz oben und auf ´nem  normalen “Küchen”stuhl, aber egal. Drin war drin. Herrlich.

Während des Konzertes rumpelte es plötzlich und ungewohnt in meinem Bauch. Nein, das waren keine Wackersteine. Ich spürte erste Kindsbewegungen des musikalischen Töchterlein ;-)

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Wat den Eenen sin Uhl’,

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…ist den Annern sin Nachtigall. Würde Fritz Reuter sagen.

IGA_2017_Seilbahnkabine

Die einen finden es doof unnötig, dass für die Internationale Gartenbauausstellung 2017 eine Seilbahn errichtet werden soll. Die anderen freuen sich auf die Möglichkeit, in Berlin für eine gewisse Zeit auch mal über den Dingen schweben zu können.

Gestern entdeckte ich am Hellersdorfer Eck das Plakat und in der IGA-Markthalle die erste Gondel.

Maximal zehn Personen sollen mit der Einseilumlaufbahn in 25 bis 30 Metern Höhe über das IGA-Gelände fahren und aus insgesamt 65 Kabinen das Panorama genießen können. Die geplante Strecke zwischen dem Eingang “Auftakt Hellersdorf” und dem Blumberger Damm beträgt, einen Zwischenstopp auf dem Gipfel des Kienberges eingeschlossen, anderthalb Kilometer.

Mir gefällt das Design. Das Polycarbonatglas wirkt edel und soll Rowdys die Lust am Scratchen nehmen. Allerdings finde ich die Größe, sprich Länge für zehn, bestimmt mit Kameras bewaffnete Personen, die dann auch noch aus der Gondel heraus fotografieren wollen und sich zur Seite und nach hinten drehen, ziemlich knapp bemessen. Und hoffentlich ziehen die orangefarbenen Kunstledersitze mit IGA-Stickerei nicht Schlitzer und Schmierfinken an.

Für das große Gartenfestival, das am 13. April 2017 beginnt, werden die heutigen “Gärten der Welt” erweitert, der Kienberg und Teile des Wuhletals umgebaut. Klar, das bedeutet einen Eingriff in die Natur. Aber in meinen Augen ist das auch eine Chance für diese Ecke Berlins. In schlechte Schlagzeilen gerät Marzahn-Hellersdorf ja immer mal. Verdient und unverdient.

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STORY-PICS 2014 (39)

In Hamburg nennt man Abwasserkanäle Siele. Auch norddeutsche Siele brauchten Einstiegsmöglichkeiten. Will ein Kaiser ins Siel, bekommt er dafür sogar ein eigenes Häuschen errichtet.

Kaiser Wilhelm II plante, das Kuhmühlenstammsiel vor seiner Eröffnung zu besichtigen. Das Bauwerk galt 1904 als technische Sensation. Der Mischwasserkanal entwässert die Stadtteile Rahlstedt, Wansbek, Eilbeck, Hohenfelde und die Hafen-City und ist mit drei Metern Durchmesser entsprechend groß. Und weil zwar auch ein Kaiser auf die Toilette zu Fuß geht, aber es im Siel nicht gerne tut, orderte er einfach eine Bootstour. Standesgemäß bekam er zu diesem Zwecke nicht nur einen kaiserlichen Zugang, sondern sogar einen unterirdischen Raum, der als  Ankleidezimmer diente. Erst 2012 hat man ihn bei Bauarbeiten zufällig hinter einer Abmauerung wieder entdeckt. Den Raum, nicht den Kaiser ;-)

Leider ist die Tür zum Häuschen verschlossen. Zu gerne hätte ich die Kamera in das kleine Zimmer und das große Siel gehalten. Manchmal ermöglicht Hamburg Wasser den Blick in die Unterwelt. Vielleicht ergibt sich ja doch irgendwann ein mal eine Gelegenheit für mich, das Sielwesen zu bewundern.

Direkt neben dem Jugendstil-Gebäude, das sich in der Nähe der U-Bahnstation Baumwall befindet, hat die Stadt 1993 dem “Vater” der Hamburger Wasserver- und -entsorgung, Sir William Lindley (1808-1900) mit der Skulptur von Hansjörg Wagner ein Denkmal gesetzt.

Übrigens: Ob der Kaiser im September 1904 anlässlich seines Hamburg-Besuches tatsächlich im Kanal war, ist nicht gesichert. Das Kuhmühlenstammsiel wurde am 8. Dezember 1904 offiziell eröffnet.

Bisher erschienene Worte:

Wasserhahn, Trinkwasser, Hydrant, Rohr(e), Brunnen, Wasserturm, Wasserzähler, Wasserflasche, Schacht, Baustelle, fließen, Wasserfilter, Eimerkette, pumpen,
Wasser marsch!, waschen, sprudeln, Tropfen, nass, Wasserwerk, TrinkbrunnenRegen, feucht, gießentrinken, Talsperre, Kanalisation, SchachtdeckelStraßenablauf, Wasserbär, Druckerhöhungsstation, SchieberKaskadeTrinkwasseraufbereitung, FontäneGrundwasserabsenkungArmatur(en), Abfluss, Sielwesen

Was soll das? 

Bei Sandra startete im Januar ein tolles Blogexperiment. Wie es funktioniert und was dabei die Aufgabe der TeilnehmerInnen ist, erklärt sie auf ihrer Seite selbst am besten. Seither versuche ich jeweils sonntags mindestens ein Foto zu zeigen, das mein gewähltes Wort symbolisiert. Dafür gibt es nicht nur eine 5-Cent-Spende an die Adra-Stiftung, sondern am Ende des Jahres eine ganz persönliche Geschichte, die aus meinen bildgewordenene Wörtern geschrieben wird. Eine klasse Idee, die mitzumachen mich reizt(e). Die Teilnehmerliste ist -> hier <- zu finden.

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112 Jahre FW Hellersdorf

Wenn in der Geburtstagsjahreszahl die Notrufnummer erscheint, dann muss das mit einem “Tag der offenen Tür” zünftig gefeiert werden. Bei strahlendem Sonnenschein schlich heute also Frau Tonari um historische Fahrzeuge und moderne Technik herum, sah Löschzwergen bei Brandschutzübungen zu und warf einen Blick hinter die Kulissen.


Ponyreiten und Hüpfburg hat sie sich allerdings versagt ;-)

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Auch der Wasserklops

wird von Liebesschlössern nicht verschont.

Wasserklops_1 Wasserklops_2
Details am Weltkugelbrunnen.

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wordless wednesday #2

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image-in-ing.blogspot.de

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view down

Alexanderplatz, 18.09.2014

martinopitture.blogspot.de

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